
um 21.00 Uhr

Zur Justizministerin wurde sie am 18. Mai 2007, nur einen Tag nach Nicolas Sarkozys Wahl zum französischen Staatspräsidenten, ernannt. Als junge Frau mit maghrebinischem Hintergrund gehörte sie nicht zum politischen Establishment. Sie hatte weder die Kaderschmiede ENA absolviert, noch ein anderes Ministeramt bekleidet. Über Nacht wurde sie zum Symbol für gelungene Integration. Doch nur eineinhalb Jahre später kam die Ernüchterung und Rachida Dati fand sich im Kreuzfeuer der öffentlichen Kritik wieder. Was war geschehen?
Die beiden Filmemacher zeichnen die bemerkenswerte Laufbahn einer Frau nach, die als Tochter von Einwanderern in einer ärmlichen Vorstadt aufwuchs und sich bis in die höchsten politischen Kreise des Landes emporarbeitete. Dabei beleuchten sie die Hintergründe für diesen beispiellosen politischen Aufstieg und zeigen, warum sich die Ausübung der Macht letztlich so schwierig für die Ministerin gestaltet. An Orten aus Rachida Datis Kindheit begegnet der Film Freunden, Lehrern, Politikern und Journalisten, die sie auf ihrem Weg begleiteten. Aus den Berichten und Einschätzungen dieser Menschen, von denen sich heute manche als Gegner, andere als Anhänger Datis positionieren, entsteht das facettenreiche Porträt einer Politikerin im beginnenden 21. Jahrhundert.
Ein eiserner Wille
1988 kommt Rachida Dati ohne Geld, ohne Beziehungen und ohne nennenswerte Bildungsabschlüsse nach Paris. In nur wenigen Monaten gelingt es ihr mit Hartnäckigkeit und einer ordentlichen Portion Chuzpe, Kontakte zu vielen wichtigen Persönlichkeiten, darunter auch einflussreichen Politikern, zu knüpfen. Doch obwohl sie entschlossen ihren eigenen Weg geht, wird sie eines Tages von ihrer Vergangenheit eingeholt: Ihre Eltern zwingen sie, einen Unbekannten zu heiraten. Dati lässt die arrangierte Ehe für ungültig erklären und flüchtet nach London. Nach ihrer Rückkehr nach Frankreich wird sie zur Vermittlerin im Kopftuch-Streit ernannt, der damals das ganze Land in Atem hält. Auf Anraten wohlwollender Mentoren absolviert sie die Staatliche Hochschule für das Richteramt. Im Zuge ihrer politischen Annäherung an Nicolas Sarkozy sichert sie sich eine Funktion in dessen Wahlkampfteam und wird anschließend zur Justizministerin berufen. Rachida Datis Karriere zeugt von eisernem Willen und ist gleichzeitig ein Ergebnis von Begegnungen mit Menschen, die an sie geglaubt und sie unterstützt haben.
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Dokumentarfilm von Taly Jaoui und Antoine Vitkine
Koproduktion: ARTE France / DOC EN STOCK (2009, 40 Min)







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