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22/02/11

Räuberhöhle und Frau Kraushaar

Ein Berlicht von Annika Seiffert


Frau Kraushaar aus Hamburg und Räuberhöhle aus Berlin zeigen: Unerwachsener Weirdo-Elektro ist nicht tot. Die Welt von Räuberhöhle aka Krawalla oder Krawallmädchen ist bevölkert von kulleräugigen Bärchen und süßen Püppchen. Doch hinter der niedlichen Oberfläche verbirgt sich feministischer Agit-Punk. Frau Kraushaar ist die quietschige Performerin aus Hamburg. Ihre Songs tragen Titel wie "Politicki Dummes Ficki" oder "Oh Gaga oh je". Ihre Bühnenshow verbindet Kunst und Musik. Beeinflusst ist sie vom Dadaismus - und so erfindet sie in ihrer ganz eigenen Lautsprache skurrile Fantasiewelten. Frau Kraushaar und Räuberhöhle zeigen: Bewusster Dilettantismus lebt!

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Sie sind die Erbinnen der Riot Grrrls: früher machten sie Hardcore Punk, heute machen sie, was sie wollen.

Räuberhöhle

Unerwachsen sein statt Anti-Haltung. Räuberhöhle alias Krawalla ist die Alice im Wunderland des feministischen Elektro- Punk. In ihren Texten singt sie gegen Rassismus, Nationalismus und für Veganismus. Do it yourself ist ihr Programm: Krawalla hat ihr eigenes Label, gestaltet ihre Plattencover selbst, produziert Hörspiele und Comics.
Angefangen hat Krawalla mit Typen: als Sängerin einer Hardcoreband. Nur das Aushängeschild für Jungs mit Gitarren zu sein reichte ihr bald nicht mehr. Lieber bastelt sie heute ihre Songs allein zu Hause am Computer: da redet ihr niemand rein. Mit Songs und Bärenkumpel zieht sie durch die Lande. Auch wenn Krawalla schon über 30 ist: ihre Konzerte sind Partys für Leute der Generation Pippi Langstrumpf. Das Puppentheater gibt der Bühnenshow einen Rahmen. Inspiriert ist Krawalla von den Castingshows im Fernsehen.

Frau Kraushaar

Während die eine als Riot Grrrl im Wunderland durch die Gegend hüpft, schnürt die andere ein Paket aus Pop, Performance und Kunst. Ob flippig wie Nina Hagen oder streng wie Simone de Beauvoir – in ihren Auftritten durchlebt Frau Kraushaar verschiedene Frauenrollen. Als rehäugige Singer Songwriterin auf die Tränendrüse der Zuhörer zu drücken, das ist der Horror für Frau Kraushaar, aber Emanze sein will sie auch nicht.

Frau Kraushaar: "Am nähesten kommt man der Frage inwieweit sich der Postfeminismus in meiner Musik findet, dass ich nicht hauptsächlich von Liebe, dem Opfersein als Frau und meiner Ausgeliefertheit spreche, sondern eher freche Nervensägetexte schreibe, und nicht immer nur schön und gefallen und brav sind."

Frau Kraushaar hat Malerei und Videokunst studiert. Und sich mit Kunsttheorie befasst: Ihre Texte sind beeinflusst von den Lautgedichten des Dadaismus. Sie selber macht Gagaismus, eine erfundene Wissenschaft und Religion gleichzeitig... Ihre Songs singt Frau Kraushaar in Fantasiesprache.

Ob Gaga oder Puppentheater: gut, dass die Damen ihre Spielzeugkiste noch nicht weggeräumt haben.

Alben

"Le Salon Is Very Morbidä" von Frau Kraushaar
bei Labelship/Popup/Cargo

"Deep In The Forest" von Räuberhöhle
bei Megapeng/Indigo

Links

Videos


"Shake yr anus!" - Räuberhöhle

"Cort of love" - Frau Kraushaar

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Samstag 12. Dezember 2009 um 03.00 Uhr
Keine Wiederholungen
(Deutschland, 52mn)
BR

Erstellt: 10-12-09
Letzte Änderung: 22-02-11


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