(Spontane Übersetzung: „Wir sind hier vor das Hauptgebäude des tschechischen Rundfunks gekommen, um festzustellen, dass die Stimme einer Mehrheit der Tschechen nicht gehört wurde. Für die Medien und die Regierung sind wir unsichtbar... Deswegen haben die Türen hier blockiert, um mit jemandem von der Nachrichtenredaktion zu sprechen. Aber keiner wollte uns antworten.“)
Die Schilder der Demonstranten sind klar: „Wir fordern eine offene, demokratische Diskussion.“ Alles andere wird als ein Rückschritt betrachtet, der böse Erinnerungen weckt: „1968: Husák, Bil’ak. 2008: Topolánek, Vondra.“ So werden der derzeitige Regierungschef und sein Vize-Premierminister für Europa Alexandr Vondra mit Gustav Husák und Vasil Bil’ak verglichen, jenen Bonzen der Kommunistischen Partei, welche sich 1968 aktiv an der Niederschlagung des Prager Frühlings beteiligt hatten. Sicherlich ist dieser Vergleich eine Übertreibung. Aber die Abwesenheit des Raketenabwehrsystems in den staatlichen Medien ist frappant...
Doch ist sie alles andere als überraschend: Den neuesten Umfragen in der linken Tageszeitung Právo zufolge sprechen sich mittlerweile 60 bis 70 % der Tschechen gegen die Installation des „Radars“ aus, wie das Abwehrsystem im Volksmund genannt wird. Und 75 % der Bevölkerung will ohnedies, dass ein Referendum zu der Frage abgehalten wird.
Um die bekanntesten Befürworter des Schilds, wie etwa der Staatspräsident Václav Klaus und Alexandr Vondra, ist es verdächtig still geworden. Erste Fraktionen der Regierungskoalition beginnen allerdings die Stimme des Volkes zu beachten. Vor allem die Grünen und ihr bekanntester Vertreter, der Außenminister Karl von Schwarzenberg, der bereits Anfang Februar eine sehr persönliche Planung des Projekts vorgelegt hat: „Ich denke nicht, dass dieses Projekt aufgegeben wird. Aber man könnte es um drei oder fünf Jahre verschieben. Oder sogar bis 2015... Oder noch später, bis es nützlich wird – irgendwie, jedenfalls...“







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