Schriftgröße: + -
Home > Film erleben > Kino auf ARTE > Kino auf Arte > Rampenlicht

Kino auf ARTE - 05/01/10

Rampenlicht

Ein Film von Charlie Chaplin


London, 1913: Calvero, einst ein berühmter Clown, jetzt aber alt und vergessen, bewahrt die junge Tänzerin Terry vor dem Selbstmord und verhilft ihr zu einer großen Karriere. Sie verliebt sich in ihren Retter und möchte ihn heiraten. Doch Calvero glaubt, Terry empfinde nur Mitleid mit ihm ...



London, 1913: Calvero, ein gealterter Clown, den keiner mehr sehen will, lebt als Alkoholiker in einer Pension. Eines Tages bewahrt er die junge Tänzerin Terry, die wegen schwerster Depressionen nicht einmal mehr gehen kann, davor, sich das Leben zu nehmen. Er hilft ihr, gesund zu werden und wieder zu tanzen. Terry wird ein gefeierter Star. Zwischen ihr und Calvero entspinnt sich eine Liebesgeschichte, doch er hält ihre Zuneigung für bloßes Mitleid und verlässt sie. Als Terry ihn wiedertrifft, organisiert sie für ihn eine Benefizgala, bei der der alte Clown ein großes Comeback feiert. Die beiden finden wieder zusammen. Doch Calvero stirbt nach seinem Auftritt an Herzversagen.

"Rampenlicht", Chaplins letzter in den USA gedrehter Film, trägt viele Züge einer autobiografischen Reflexion über die Figur des Tramps, die er selbst lange Jahre gespielt hat. Calvero ist mit vielen Attributen des Vagabunden ausgestattet und wird auch auf alten Plakaten als "Comedian Tramp" angekündigt. Chaplin setzt sich hier mit der Figur des Komikers auseinander, der irgendwann an seine Grenzen stößt. Calvero wird alt und skeptisch und legt sich eine gewisse Würde zu. Durch diese Wandlung verliert er die Vertrautheit mit dem Publikum.
Chaplin ging davon aus, dass dieser Film sein letzter, zugleich aber auch sein größter werden würde. Deshalb bezeichnete er ihn selbst gerne als "künstlerisches Testament". Das wird auch an der Verteilung der Rollen sichtbar. Er ließ seine sechs Kinder mitspielen und besetzte die anderen Rollen fast ausschließlich mit alten Freunden. Bemerkenswert ist der Auftritt Buster Keatons, der bis dahin noch nie mit Chaplin gemeinsam vor der Kamera stand. In "Rampenlicht" begleitet er Calvero bei dessen Comeback als komischer Pianist in der "musikalischen Parodie".
Das "Lexikon des Internationalen Films" schreibt: "Das Resümee eines Künstlerlebens im Angesicht von Alter und Tod: rührend, versponnen, resignativ und stellenweise theatralisch. Das subtile, sehr persönliche Melodram gehört nicht zu Chaplins Meisterwerken, verrät aber viel von seinem künstlerischen Ethos und seiner Lebensphilosophie."

Rampenlicht
Mittwoch 20. Januar 2010 um 10.00 Uhr
Keine Wiederholungen
(Usa, 1952, 137mn)
ARTE F

Erstellt: 05-01-10
Letzte Änderung: 05-01-10