Adolf Eichmann, Raoul Wallenberg und ein Chor von Juden, singend vereint auf einer Opernbühne: Mit diesem bizarren Szenario will der Komponist Gershon Kingsley das Gedenken an den Holocaust am Leben erhalten. Für den Deutsch-Amerikaner Kingsley eine persönliche Obsession. Er ist einer der letzen lebenden Musiker, die selbst noch Zeuge des Dritten Reichs und seiner Judenverfolgungen wurden.
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Der Kampf gegen den Holocaust als Opernstoff: Gershon Kingsleys setzt ihm mit seinem Werk „Raoul" ein Denkmal. Im Zentrum steht der schwedische Diplomat Raoul Wallenberg. Zehntausenden ungarischen Juden rettete er durch Schutzpässe das Leben. Wallenbergs Ringen mit dem Nazi-Schlächter Eichmann - alles andere als leichte Kost. Eine solch vehement politische Thematik kommt für viele überraschend. Denn weltweit berühmt wurde Kingsley einst durch den Synthesizer-Song „Popcorn": als spielerischer Pionier der elektronischen Musik. Mit „Raoul" wirft er nun die etablierten Kategorien von „E-Musik" und „U-Musik" über den Haufen.
Als deutscher Jude entkam Kingsley selbst nur knapp der Verfolgung durch die Nazis. Und doch wird bei ihm das Dritte Reich zur Musical-Oper mit komischen Figuren und Hitler-Smileys. Singen und Musizieren gegen das Schweigen: Gerade jungen Zuschauern will Kingsley so die Geschichte nahebringen. Damit nicht alles zur Legende wird, wenn die letzten Zeitzeugen sterben.
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Die Oper"Raoul" von Gershon KingsleyTexte von Michael Kunze
Inszenierung: Julia Haebler
bis zum 03. Mai 2008
Am Theater Bremen
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Website von Gershon Kingsley