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DVD-News - 11/08/08

Rashomon

Ein Film von Akira Kurosawa


Ein zeitloses Meisterwerke der Filmgeschichte

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  • Synopsis

Hat der Bandit Tajomaru (Toshiro Mifune) wirklich einen Samurai ermordet und dessen Frau vergewaltigt? Die Zeugen der brutalen Tat bemühen sich um Aufklärung, doch jeder, inklusive Bandit und der getötete Samurai, der durch ein „Medium“ zu Wort kommt, weiß etwas anderes über das tödliche Verbrechen zu berichten.


  • Der Kommentar zum Film

Drei Männer warten im strömenden Monsunregen auf den Wetterumschwung. Sie sitzen unter einem zerstörten Holztor, genannt „Rashomon“. Von hier aus führt der Weg nach Kyoto. Es herrscht eine tiefe Niedergeschlagenheit und unterschwellige Aggression unter den Männern. Keiner traut dem anderen, vor allem, was den Fall eines ermordeten Samurai betrifft.

Kurosawas im 11. Jahrhundert angesiedeltes Frühwerk, das ihn in der ganzen Welt berühmt machte – er erhielt dafür 1952 einen Oscar und im Jahr davor den Goldenen Löwen in Venedig – steht noch unter dem Schock der japanischen Kapitulation und dem Zusammenbruch des hegemonialen Kaiserreichs. Düster und apokalyptisch wirken seine Schwarz-Weiß-Bilder. Die Zweifel des jungen Mönchs an den stets auf ihren eigenen Vorteil bedachten Menschen, derenthalber sie allzu leicht zu Lügnern werden, können leicht auch der orientierungslosen japanischen Nachkriegsgesellschaft zugeordnet werden.

Nach und nach erzählen der Holzfäller, der Mönch, der Landstreicher ihre Version des Vorfalls, hinzu kommen später der von dem angehenden und später weltberühmten Schauspieler Toshiro grandios verkörperte Bandit und sein „Opfer“. Hat sich der Samurai umgebracht? War es ein Unglück? Handelte es sich um Mord oder um Notwehr? Die Wahrheit kommt bei Kurosawa nicht ans Licht, so sehr man sich beim Zusehen auch darum bemüht, die Ungereimtheiten in den Erzählungen der Augenzeugen herauszufiltern, um den Täter zu identifizieren. Viel interessanter ist, die dahinter aufscheinende Botschaft zu dechiffrieren – es gibt nicht eine, sondern viele Wahrheiten, genauso viele, wie es Menschen gibt, die sich um die Deutungshoheit des Wahrgenommenen bemühen. So sieht der Bandit im mit dem Samurai ausgetragenen Schwertkampf ein heroisches Gefecht, der beobachtende Holzfäller aber nur einen wüsten, mit allen erlaubten und unerlaubten Mitteln ausgetragenen Kampf um nackte Überleben.

Kurosawas Rashomon gehört über 50 Jahre nach seiner Entstehung zu den zeitlosen Meisterwerken der Filmgeschichte, weil es ihm anhand eines archaischen, einfachen Gleichnisses gelang, die Authentizität der Bilder und unsere Gewissheit darum in Frage zu stellen.

Martin Rosefeldt


  • Das Bonusmaterial

Keine Extras !!! schlechte Ton- und Bildqualität. Wer auf einen liebevolleren Umgang mit dem Klassiker Wert legt, der sollte auf die amerikanische Criterion-Version zurückgreifen. Auf dieser kostspieligeren Rashomon-Edition finden sich unter anderem Kommentare von Robert Altman oder des amerikanischen Japanologen Donald Ritchie und eine Menge anderer hochwertiger Extras.

Sprachen/Ton: Dt. DD 1.0/ Japanisch DD 1.0
Untertitel: Deutsch

Erstellt: 24-01-06
Letzte Änderung: 11-08-08