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ARTE KULTUR - 19/07/06

Rem Koolhass und die serpentine Gallery

1934 wurde in den königlichen Gärten in London ein Tee Pavillon errichtet. Ein paar Jahrzehnte wurde dort tatsächlich Tee getrunken, aber seit 1970 ist diese private Vergnügungsstätte eine öffentlich zugänglich Kunsthalle: Die "Serpentine Gallery". Sicher auch ihrer eigenen Geschichte als Pavillon entsprechend, lädt seit sieben Jahren dieses renommierte Ausstellungshaus berühmt Architekten ein, für den Sommer, für nur drei Sommermonate einen Pavillon im Garten der Galerie zu errichten. Seit den 13.Juli können die Londoner den diesjährigen Pavillon besuchen: gebaut hat ihn Rem Koolhaas.

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Die Reportage sehen (real video - 2mn57)

Er ist einer der scheusten und auch berühmtesten Architekten, eine lebende Legende geradezu: Rem Koolhaas. Der niederländische Stararchitekt hat sich weniger durch Großbauten einen Namen gemacht, als vielmehr durch spektakuläre Konzepte. "Delirious New York" war 1978 Startschuss für seine Weltkarriere. Ein Manifest seiner Architekturtheorie am Beispiel New Yorks.

Seither hat er unzählige Bauten entworfen und nur ein paar wenige gebaut. In Berlin die niederländische Botschaft zum Beispiel, in Porto das Konzerthaus und in Seattle eine Bibliothek. Nun, ganz klein zwar, aber mit großem Rummel errichtete er einen Pavillon in London. Im wunderschönen Kensington Park, mitten in der Stadt gelegen ist der Heissluftballon von Rem Koolhaas gelandet:

Nur das Dach ist eine Art Ballon. Gefüllt mit Helium, nach oben strebend. Je nach Wetterlage kann es so vier Meter über den Wänden schweben. Bei Sonnenschein. Regnet es, dann wird der zwanzig-Meter hohe Heliumball heruntergezogen, mit der Kraft mehrerer Automotoren. Im Grunde eine simple Idee, die noch simplere Skizze, signiert vom Meister gibt's für Bares als Edition. Seit einer Woche finden täglich "private views" statt, also Vorbesichtigungen für Sponsoren und VIPs. Ab sofort folgt ein Veranstaltungsmarathon für jedermann:

Julia Peyton-Jones, Direktorin Serpentine Gallery : "Künstler, Architekten, Menschen aus der Mode, der Geschäftswelt, Politik und den Medien werden von Rem Koolhaas und Hans Ulrich Obrist im Pavillon während 24 Stunden interviewt werden. Also Damien Hirst wird nachts um drei interviewt, Gilbert and George um sieben Uhr morgens und das alles startet mit Brian Eno, ein sehr dynamisches Programm also, das sehr viele Besucher anziehen wird."

Ein Kraftakt und Megaereignis, wie es so typisch ist für den Veranstaltungszirkus in der Kunstwelt. 24 Stunden Interviews nonstop an mehreren Wochenenden... der Pavillon wird das aushalten. Die erwarteten Menschenmengen finden dann allerdings vor dem Pavillon Platz, im Park, denn mehr als dreihundert passen gar nicht hinein in den "Non-Pavilion" wie ihn Rem Koolhaas nennt, unter seine "aufblasbare Struktur", die von weitem so eindeutig anders aussieht.
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Infos
Serpentine Gallery
Eröffnung am 13. Juli 2006
Kensington Gardens - London
>> Serpentine Gallery Pavilion 2006
>> Office for Metropolitan Architecture
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ARTE Kultur
Von Montag bis Samstag um 20.00

Erstellt: 18-07-06
Letzte Änderung: 19-07-06