Rezension zu "Sein letzter Trumpf"
Ingeborg Sperl/www.krimiblog.at Februar 2011
Wie kommt man hinauf, wie kommt man ans Geld, wie kommt man weg - das sind die essentiellen Fragen, die gelöst werden müssen, will man ein Casino-Schiff ausrauben.
Der Obergangster Parker wird von einem farblosen Büromenschen angeheuert, um genau das zu bewerkstelligen und sucht sich eine Truppe von zuverlässigen Mitarbeitern aus. Was Parker nicht weiß: an Bord treibt sich ein Journalist herum, der undercover übers Glücksspiel schreiben will. Beobachter kann Parker gar nicht brauchen. Und auch der korrupte Polizist, der sich zwecks Pensionsaufbesserung an den Coup anhängt, ist ein Störfaktor, ganz zu schweigen von drei trittbrettfahrenden Bikern. Alle wollen dasselbe und kommen einander in die Quere. Parker muss improvisieren, zumal sein merkwürdiger Auftraggeber mental nicht auf der Höhe ist und trifft dabei auf Leute, die zur falschen Zeit am falschen Ort sind. Aber es gibt nichts, was sich mit einer Python nicht regeln ließe. Richard Stark alias Donald Westlake bleibt auch nach seinem Tod 2008 Kult: mit sparsam-kühler Effizienz plant sein vollkommen amoralischer Held Parker seine Verbrechen. Raubüberfälle sind Jobs, die umsichtig erledigt werden müssen. Je weniger dabei diskutiert wird, umso besser. Und mit persönlichen Marotten muss man sich auch nicht aufhalten. Parker ist der Mann ohne Eigenschaften. Misstrauen ist gut, noch mehr Misstrauen ist besser. Dann bleibt die Beute dort, wo sie hingehört. Beim Profi.
Rezension zu "Das Geld war schmutzig"
- Andreas Ammer/Deutschlandfunk, August 2009
Mit „Das Geld war schmutzig“ ist die Trilogie um den letzten Coup von Starks Helden Parker komplett. Zuerst kam in Deutschland irritierenderweise der mittlere Band „Fragen Sie den Papagei“ heraus. Als der einen ungeahnten Erfolg hatte, sofort die Krimiwelt-Bestenliste anführte und den „Deutschen Krimipreis“ gewann, suchte der Zsolnay-Verlag hektisch nach guten Übersetzern, fand diese auch und ist nun dabei, das riesige erzählerische Werk von Richard Stark nach und nach zu edieren.
Richard Stark ist das Pseudonym des amerikanischen Krimischriftstellers Donald E. Westlake. In „Das Geld war schmutzig“, Starks letztem Roman aus dieser Trilogie, versucht der Berufsverbrecher Parker endlich an das Geld zu kommen, das er in den Bänden zuvor ergaunert, aber immer noch nur gut versteckt hatte. Gleiches wollen allerdings auch Parkers ehemalige Gefährten und die gerissene Kopfgeldjägerin Sandra Lozcalzo, die ebenfalls daran interessiert ist, das Geld zu finden.
All diese Personen treffen sich in einer rührigen New-England-Pension namens Bosky Rounds. Jeder versucht, jeden übers Ohr zu hauen. Parker, der vornamenlose Verbrecher und dunkle Held der Stark-Romane, besticht weiter durch sein fintenreiches Handeln.
Lakonisch wie das Leben... findet unser Rezensent. Denn nie verrät Stark irgendeinen Gedanken oder gar ein Gefühl seiner Protagonisten. Nie zeigt Parker, der Gauner, irgendwelche Skrupel.
Und das Irritierendste ist: der Leser fiebert trotzdem permanent mit ihm mit. Große Literatur.







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