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17/08/09

Riviera

Stella lebt mit ihrer Mutter Antoinette an der Côte d'Azur. Während sie nachts als Tänzerin in einem Club arbeitet, bezieht ihre Mutter tagsüber Betten im luxuriösen Grand Hotel.

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Für die Aufmerksamkeit der Männerwelt zu alt geworden, schwärmt Antoinette von der Schönheit ihrer Tochter. Stella scheint jedoch im Privatleben vom Pech verfolgt zu sein - als Go-go-Girl wird ihr in der Clique kein Respekt entgegengebracht. Als der sympathisch wirkende Immobilienmakler Romansky im Grand Hotel absteigt, setzt Antoinette alles daran, ihn auf Stella aufmerksam zu machen ...

Trotz der schwärmerischen Komplimente ihrer einsamen Mutter ist Stella ebenso unglücklich wie diese. Von ihren gleichaltrigen Freunden bringt ihr wegen ihrer Arbeit niemand Respekt entgegen. Ihr Schwarm Fabrizio hat eine nach der anderen und nutzt die naive und liebebedürftige Stella nur aus.

Als Antoinette im Grand Hotel dem sympathisch wirkenden Immobilienmakler Romansky begegnet, glaubt sie, den idealen Heiratskandidaten für Stella gefunden zu haben. Geschickt arrangiert sie eine erste Begegnung zwischen den beiden. Und tatsächlich - Romansky lädt Stella zum Essen ein, und auch diese ist sichtbar von ihm angetan. Doch der Flirt am Strand endet mit einem gewalttätigen Ausbruch Romanskys. Antoinette beschließt daraufhin, ihre Tochter zu rächen ...

Nach "Petite chérie" (2000) machte Anne Villacèque mit "Riviera" ihren zweiten Spielfilm. Begonnen hatte sie jedoch als Dokumentarfilmerin, und auch die Idee zu "Riviera" kam ihr beim Drehen eines Dokumentarfilms: bei "Oh! Les filles" (2003) über den Alltag und die Träume heranwachsender Mädchen in Marseille.
Die Figur der Stella ist von Anne Villacèque mit Bedacht gewählt: "Stella ist einerseits Marilyn", erklärt die Regisseurin, "und zugleich ein kleines Mädchen, das jedem anderen Mädchen von Heute ähnelt - Frischfleisch für Castings." Anne Villacèque will zeigen, was am Beispiel Stellas den Kindern und Jugendlichen angetan wird; wie mediale Bilder ihre Selbstwahrnehmung prägen, wie sie in einer wertelosen Welt aus Markenwahn und dem Traum von einer Brust-OP gefangen sind.
Doch der eigentliche Protagonist ist zweifellos die Riviera selbst - das allgegenwärtige Blau, das sich mit dem Gold der Sonne und der gebräunten Haut verbindet - eine Welt des harten Lichtes, der grellen Farben, der extremen Lebensunterschiede, der unterschwelligen Gewalt und der großen Einsamkeit.
Beim Internationalen Filmfestival 2005 von Locarno wurde "Riviera" für den Goldenen Leoparden nominiert.

Riviera
Mittwoch 19. August 2009 um 03.00 Uhr
Keine Wiederholungen
(Frankreich, 2005, 92mn)
ARTE F

Erstellt: 14-08-09
Letzte Änderung: 17-08-09