Biografie - 02/03/09
Robert E. Lee (1807-1870)
Für viele Generationen von Amerikanern verkörperte und verkörpert Robert Edward Lee bis heute das militärische Abenteuer der Konföderation.
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Robert Edward Lee wurde 1807 in Virginia geboren. Er entstammt einer alteingesessen, hochangesehen Familie. Als Sohn eines Helden des Unabhängigkeitskriegs entschied er sich früh für eine Militärkarriere und beendete seine Ausbildung an der Militärakademie West Point. 1829 schloss er die Akademie als Zweitbester seines Jahrgangs ab und wurde mit dem Dienstgrad eines Leutnants dem Pionierkorps der US-Armee zugeteilt. Das war der Beginn eines glanzvollen Aufstiegs in der Armee.
1831 heiratete Lee Mary Custis, eine Urenkelin Martha Custis’, der Ehefrau von George Washington. Sieben Jahre später wurde er dank seiner hervorragenden Dienste zum Hauptmann befördert. Er übernahm die Verantwortung für den Bau der Befestigungsanlagen an der Küste und zeichnete sich anschließend im Mexikanisch-Amerikanischen Krieg von 1846-1848 aus, in dessen Verlauf er Mitglied des Stabs von General Scott (dem Oberbefehlshaber der amerikanischen Streitkräfte) wurde. Robert E. Lee war mit Leib und Seele Soldat und erntete stets das Lob seiner Vorgesetzten. Seine außerordentlichen militärischen Fähigkeiten, insbesondere seine gefährliche Angriffslust und sein taktisches Geschick, wurden allgemein bewundert. Nach Ende des Krieges wurde er 1853 zum Direktor von West Point ernannt; 1855 wurde er Oberstleutnant des 2. Kavallerieregiments. Im Oktober 1859, als Lee gerade auf Heimaturlaub in Virginia war, übernahm er die Führung des Trupps, der den Abolitionisten John Brown in Harpers Ferry verhaftete.
Als im April 1861 der Unabhängigkeitskrieg ausbrach, stürzte ihn dies in eine schwere Gewissenskrise. Da er als bester Offizier der amerikanischen Armee galt, bot Präsident Lincoln ihm das Kommando über die Unionsarmee an, was er jedoch ablehnte, obwohl er bereits seine tiefe Abneigung gegen die Sklaverei zum Ausdruck gebracht, seine eigenen Sklaven freigelassen und die Sezession für verfassungswidrig erklärt hatte. Mit der Entscheidung seines Heimatstaates Virginia, sich den konföderierten Staaten anzuschließen, stand auch für Lee fest, auf welcher Seite er stand. Er wurde zum Brigadegeneral in der Südarmee ernannt; parallel dazu wurde er militärischer Berater von Jefferson Davis. Doch seine erste Kampagne im westlichen Teil Virginias endete mit einer Enttäuschung. Die Truppen des frisch ernannten Generalmajors wurden von der Nordarmee zurückgedrängt, was ihm herbe Kritik eintrug, so dass er vorübergehend nicht mehr in vorderster Linie am Kriegsgeschehen teilnahm.
Doch am 1. Juni 1862, nach dem Einmarsch der Unionstruppen in Virginia, übernahm er das Kommando über die Nord-Virginia-Armee. Trotz der zahlenmäßigen Unterlegenheit seiner Truppe zeigte der „graue Fuchs“, wie seine Feinde ihn nannten, sich der Lage gewachsen. Der geschickte Taktiker löste eine Reihe von Gegenoffensiven aus, durch die nicht nur die Hauptstadt Richmond gerettet werden konnte, sondern die Unionstruppen auch zu einem eiligen Rückzug gezwungen wurden. Drei Jahre lang hielt General Lee unter widrigsten Umständen die Truppen der Nordstaaten, die auf ihn angesetzt wurden, in Schach.
Manche seiner Erfolge, wie die Zweite Schlacht am Bull Run (29./30. August 1861) und die Schlachten bei Fredericksburg (13. Dezember 1862) und Chancellorsville (2. Mai 1863) gelten zu Recht als militärische Glanzleistungen. Lee versuchte zweimal, im Norden einzumarschieren, erlitt jedoch beide Male einen schweren Rückschlag: in der Schlacht am Antietam (17. September 1862) und vor allem in Gettysburg (1.-3. Juli 1863). Im Mai 1864 stieß er schließlich in Gestalt von General Ulysses S. Grant auf einen Gegner, der ihm gewachsen war. Mit ihm lieferte er sich in Virginia ein denkwürdiges Duell. Obwohl Lees Truppen tapfer Widerstand leisteten, waren sie bald dezimiert, geschwächt und in die Enge getrieben. Lee, der eigentlich ein großer Freund von Offensivschlägen war, musste nun eine defensivere Strategie verfolgen, um neue Verluste zu vermeiden. Und schließlich geschah das Unvermeidliche: Am 9. April 1865 unterzeichnete Lee nach letztem Zögern die Kapitulation in Appomattox Court House.
Zurück in Richmond erklärte er sich zur Zusammenarbeit mit den Instanzen der Union bereit und rief zur Versöhnung zwischen den Kriegsparteien auf. Er wurde Präsident des Washington College in Lexington, Virginia, wo er sich große Achtung erwarb. Robert E. Lee starb am 12. Oktober 1870. Für viele Generationen von Amerikanern verkörperte und verkörpert er bis heute das militärische Abenteuer der Konföderation.
Farid Ameur
Erstellt: 10-02-09
Letzte Änderung: 02-03-09