Dreißig Jahre später dreht Romain Goupil noch immer Filme. Manchmal macht er für seine Freunde auch den Schauspieler. Goupil schreibt, hinterfragt unaufhörlich die Welt und ist stets bereit, sich zu engagieren – und, wenn es sein muss, sich zu irren.
- Fragebogen nach Marcel Proust
… eine Stadt:
1970 wäre ich Hanoi gewesen.
… ein Reiseziel:
Lateinamerika, mit Guerillakämpfern wie Douglas Bravo, Che Guevara oder Miguel Enríquez Enriquez in Chile.
… eine Farbe:
Wenn ich 1970 eine Farbe gewesen wäre, dann Blutrot.
… ein Motto:
„Vort aux maches.“ Ein Motto von 1970, das auch heute noch gut ist.
… ein Kleidungsstück:
Gar keines. Nieder mit der Textilindustrie! Einfach nur nackt sein.
… ein Buch:
Wenn ich 1970 ein Buch gewesen wäre, dann die Bibel, „Staat und Revolution“ oder Trotzkis „Terrorismus und Kommunismus“.
… eine LP oder ein Song:
„Sympathy for the Devil“ von den Rolling Stones. Und natürlich ihr „I Can’t Get No Satisfaction“, ein Symbol der Zeit.
… ein Film:
„¡Cuba Sí!“ von Chris Marker oder „Die Nonne“ von Jacques Rivette, ein Film, der von der gaullistischen Zensur verboten wurde.
Welche Utopie oder welches Konzept vermissen Sie am meisten?
Als Revolutionär sterben.
Welche Utopie oder welches Konzept vermissen Sie am wenigsten?
Um ganz ehrlich zu sein: als Revolutionär sterben.
Welches Erlebnis hätten Sie nur in den 70er Jahren haben können?
Als Algerien 1962 die Unabhängigkeit erlangte, gab es Tote an der Metrostation Charonne. Und am 17. Oktober 1961 wurden Hunderte von Algeriern erschossen und in die Seine geworfen. Aber 1973 haben wir es geschafft, mit Hilfe von Knüppeln und Molotowcocktails die Polizisten 200, 300 Meter weit zurückzudrängen, ohne dass es einen einzigen Verletzten gegeben hätte. Ich erinnere mich daran, es war also möglich. Aber nur damals war es möglich, diese Hunde zurückzutreiben.







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