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Summer of the 70s

Das waren die 70er! 10 Jahre zwischen Protest, Disco und Glamrock.

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Summer of the 70s

Das waren die 70er! 10 Jahre zwischen Protest, Disco und Glamrock.

Summer of the 70s

Vom 04. bis zum 08. August um 20.15 Uhr: Die wilden Seventies - 29/08/08

Romain Goupil

Romain Goupil: Stellen Sie sich vor, es ist 1970 und Sie sind eine Stadt, ein Buch, ein Film…
Die Antworten von Romain Goupil (auf französisch)

Für den französischen Filmemacher Romain Goupil beginnt alles in den 60er Jahren. Da trifft er Freunde fürs Leben; sein Vater – selbst Kameramann – schenkt ihm seine erste Kamera, Romain übt sich in politischem Ungehorsam, fliegt von der Schule und macht seine ersten filmischen Schritte „Von der Revolte zur Revolution“. Und im Mai 68 geht es dann richtig los. 1970 ist Romain Goupil 19 und genauso radikal wie 68. Er engagiert sich bei den französischen Trotzkisten von der Ligue Communiste Révolutionnaire (LCR) und nimmt am 21. Juni 1973 an einer antifaschistischen Aktion teil, bei der Polizisten verletzt werden. Das hat die vorübergehende Auflösung der LCR zur Folge. Für den Zwischenfall wird Michel Récanati, Goupils bester Freund und damals Leiter des Ordnungsdienstes der LCR, verantwortlich gemacht. Parallel zu seiner Karriere als Revoluzzer beginnt Goupil, für den Film zu arbeiten: zunächst als Kameraassistent, nach 1973 dann als Regieassistent unter Coluche, Chantal Akerman, Roman Polanski und Jean-Luc Godard. Récanati zieht sich zurück und verschwindet völlig aus Goupils Gesichtskreis. 1978 erfährt er, dass sich der Freund das Leben genommen hat. Diesen Schicksalsschlag verarbeitet Goupil in seinem ersten Spielfilm, „Sterben mit 30“, der zugleich Hommage und Dokumentation ist. Er wird 1982 bei den Filmfestspielen von Cannes ausgezeichnet.
Dreißig Jahre später dreht Romain Goupil noch immer Filme. Manchmal macht er für seine Freunde auch den Schauspieler. Goupil schreibt, hinterfragt unaufhörlich die Welt und ist stets bereit, sich zu engagieren – und, wenn es sein muss, sich zu irren.

  • Fragebogen nach Marcel Proust

Stellen Sie sich vor, es ist 1970 und Sie sind …
… eine Stadt:
1970 wäre ich Hanoi gewesen.

… ein Reiseziel:
Lateinamerika, mit Guerillakämpfern wie Douglas Bravo, Che Guevara oder Miguel Enríquez Enriquez in Chile.

… eine Farbe:
Wenn ich 1970 eine Farbe gewesen wäre, dann Blutrot.

… ein Motto:
„Vort aux maches.“ Ein Motto von 1970, das auch heute noch gut ist.

… ein Kleidungsstück:
Gar keines. Nieder mit der Textilindustrie! Einfach nur nackt sein.

… ein Buch:
Wenn ich 1970 ein Buch gewesen wäre, dann die Bibel, „Staat und Revolution“ oder Trotzkis „Terrorismus und Kommunismus“.

… eine LP oder ein Song:
„Sympathy for the Devil“ von den Rolling Stones. Und natürlich ihr „I Can’t Get No Satisfaction“, ein Symbol der Zeit.

… ein Film:
„¡Cuba Sí!“ von Chris Marker oder „Die Nonne“ von Jacques Rivette, ein Film, der von der gaullistischen Zensur verboten wurde.

Welche Utopie oder welches Konzept vermissen Sie am meisten?
Als Revolutionär sterben.

Welche Utopie oder welches Konzept vermissen Sie am wenigsten?
Um ganz ehrlich zu sein: als Revolutionär sterben.

Welches Erlebnis hätten Sie nur in den 70er Jahren haben können?

Als Algerien 1962 die Unabhängigkeit erlangte, gab es Tote an der Metrostation Charonne. Und am 17. Oktober 1961 wurden Hunderte von Algeriern erschossen und in die Seine geworfen. Aber 1973 haben wir es geschafft, mit Hilfe von Knüppeln und Molotowcocktails die Polizisten 200, 300 Meter weit zurückzudrängen, ohne dass es einen einzigen Verletzten gegeben hätte. Ich erinnere mich daran, es war also möglich. Aber nur damals war es möglich, diese Hunde zurückzutreiben.
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Die wilden Seventies
Vom 04. bis zum 08. August 2008 um 20.15 Uhr
Regie: Emmanuelle Nobécourt
Produktion: Fabrice Coat
Autor: Didier Varrod
Produktion : Program33, ARTE GEIE
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Erstellt: 28-07-08
Letzte Änderung: 29-08-08


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