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27/06/2006 - Jazz-Dub - 28/08/08

Root 70

"Heaps Dub"


Hilfe die Schublade klemmt! Ob Jazz, Dub, Reggae oder Latin Jazz, unter keine der gängigen Kategorien lässt sich das aktuelle Projekt von Root 70 eindeutig einordnen.

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Das Jazzquartett Root 70 setzt sich zusammen aus dem Posaunisten Nils Wogram, dem Kontrabassisten Matt Penman, dem Saxophonisten Hayden Chisholm und dem grandiosen Schlagzeuger Jochen Rueckert. Durch die besondere Erwähnung Rueckerts soll das musikalische Können seiner Mitmusiker nicht geschmälert werden, vielmehr geschieht dies aufgrund seiner besonderen Rolle in dem Ensemble.

Denn Root 70 nehmen sich bei „Heaps Dub“ nicht irgendwelche Jazzstandards zur Brust. Stattdessen interpretieren sie Songs des deutschen Dubmeisters Burnt Friedman, der bei dieser Produktion ebenso seine Finger im Spiel hatte. Und dass bei Dub nun einmal neben dem Bass, der Rhythmus eine besondere Rolle spielt, ist allgemein bekannt. Doch wie kann man sich bei einer Jazzinterpretation von der Dominanz des Dub-Beats lösen?

Rueckert stellt eine Verbindung zwischen Dub und Jazz her, indem er seine Rhythmen einerseits kontinuierlich geradlinig spielt, andererseits aber sehr komplex arrangiert. Sie bilden die Schnittstelle zwischen den beiden Musikstilen und die Basis für die Improvisationen seiner Musikerkollegen. Erst dadurch gelingt es dem Quartett, aus Friedmans Produktionen grundlegende Strukturen herauszuschälen und sie weiterzuentwickeln. Was zuvor von Friedman am Computer größtenteils generiert und bearbeitet wurde, erhält dadurch eine völlig neue und äußerst lebendige Facette.

Doch aller guten Dinge sind Drei, und so durchlaufen die Aufnahmen eine weitere, eine abschließende Produktionsphase. Nach der zweitägigen Aufnahmesession der Root-70-Musiker in Köln bearbeitete Burnt Friedman wiederum die Einspielungen, und fügte vereinzelt Beats und Bässe hinzu. Nach der Dekonstruktion durch das Jazzquartett erfahren seine Songs eine erneute Re- oder vielmehr Neukonstruktion durch ihn.

Wem jetzt der Kopf schwirrt, der soll sich einfach die Musik anhören, denn sie funktioniert auch ohne das Wissen über die verwirrenden Produktionsprozesse ausgezeichnet.


  • Internetseite des Musikers Nils Wogram - www.nilswogram.com

  • Tourdaten
    2006
    10.11 Darmstadt, Jazzinstitut
    11.11 Dortmund, Domicil
    12.11 Lüneburg, nn
    13.11 Eindhoven / NL, Cafe Wilhelmina
    17.11 Strasbourg / F, Jazz D’Or Festival
    18.11 München, Unterfahrt
    19.11 Reut, Raum für Musik

    2007
    23.01 Wien, Joe Zawinul’s Birdland
    24.01 Wien, Joe Zawinul’s Birdland
    27.01 Köln, Philharmonie

Matthias Schneider
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Root 70
« Heaps Dub »
Nonplace / Groove Attack / Nocturne
www.nonplace.de

Erstellt: 23-06-06
Letzte Änderung: 28-08-08


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