Hochspannungsleitungen, brennender Asphalt und zahllose Automobile zeichnen das San Fernando Valley der Gegenwart. Irgendwo dazwischen streift der geheimnisvolle Harlan umher, der letzte Cowboy Kaliforniens - so sieht er sich zumindest.
Am selben Ort wohnt die rebellische Jugendliche Tobe zusammen mit ihrem 13-jährigen Bruder Lonnie und ihrem alleinerziehenden Vater Wade. Als Harlan und Tobe sich begegnen, ist es Liebe auf den ersten Blick, trotz des offensichtlichen Altersunterschieds. Die Beiden beginnen eine leidenschaftliche Liebesbeziehung, sehr zum Missfallen des strengen Wade. Für diesen ist der junge Möchtegerncowboy nur ein Verlierer, ein Niemand, der sich in seine Familie drängen möchte.
Doch das junge Paar gibt seine Beziehung nicht auf und Harlan freundet sich zudem mit dem schüchternen Lonnie an. Nach einem romantischen Ausritt beginnt die Saubermannfassade des jungen Fremden jedoch, zu bröckeln. Der angebliche Freund Harlans, von dem er das Pferd "ausgeliehen" habe, behauptet, er habe den Cowboy noch nie gesehen und das Pferd sei ihm gestohlen worden. Als Harlan auf seiner Version der Geschichte beharrt, scheint durch, dass er einen sehr losen Bezug zur Realität hat. Nachdem er und Lonnie schließlich zusammen in der Wildnis mit Wades Revolver ein paar Schießübungen veranstalten, distanziert sich Tobe von Harlan. Ein Fehler mit blutigen Konsequenzen ...
Edward Norton ("Roter Drache", "Fight Club") spielt nicht nur die Hauptrolle, sondern ist auch einer der Produzenten von "San Fernando Cowboy". Regisseur und Autor David Jacobson ("Dahmer") wollte zunächst eine Geschichte über seine eigene Jugend im San Fernando Valley erzählen, bis ihm während des Schreibens Parallelen zwischen dem Genre des Wildwestfilms und dem Leben im modernen urbanisierten Kalifornien auffielen: "Das Gefühl der Einsamkeit, eine allgegenwärtige Angst vor gewalttätigen Übergriffen und das Bedürfnis nach einem Helden, der mich retten sollte. Das alles schien den Western und meine Kindheit miteinander zu verbinden." "San Fernando Cowboy" spielt geschickt mit Elementen verschiedener Genres wie Western, Rachethriller oder Sozialdrama, und verknüpft diese zu einem stimmigen Ganzen. Erzählt wird Jacobsons Film in ruhigen, unaufdringlichen Bildern, welche den urbanen Dschungel mit der idealisierten Weite der Prärie kontrastieren. Neben Edward Nortons vielschichtiger Darstellung des in sich gespaltenen Harlan überzeugen vor allem Jungschauspieler Evan Rachel Wood ("The Wrestler") und Rory Culkin ("Signs"), deren authentisches Spiel die teils irreal wirkende Geschichte stets fest in der Realität verankert.
Die Filme der Reihe Neo-Western:






per E-Mail verschicken


Facebook
Twitter
RSS

