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Bei Sasha Waltz ist Medea keine Verrückte, die aus Eifersucht ihre Kinder tötet, sondern einen starke Frau, die unter dem Druck der Gesellschaft handelt: Medea nicht als Psycho-Figur, sondern als Teil der Körper-Masse der Tanzgruppen. Sasha Waltz: "Ich wollte meine Auslegung dieses Mythos. Es gibt diese Vorstellung von Medea, dieser rachesüchtige Frau, die ihre Kinder mordet weil der Mann sie verlässt. Es gibt da aber auch viele andere Ausdeutungen: sie ist Heilerin, sie ist Zauberin, und es gibt die positive Macht, die sich aber auch ins Zerstörerische wendet. Und das ist eine Variante, die tatsächlich aus dem Körper gedacht ist - und aus vielen verschiedenen Körpern gedacht ist."
Kein Rollenspiel mit den üblichen Intrigen, Arien und untergeordnetem Ballett also, sondern ein Stimmungsbild, bei dem zu allererst die Körper sprechen. Die Berliner Choreographin hat sich erst ihr Medea-Bild gemacht, und dann aus den vielen Medea-Opern der Musikgeschichte die von Pascal Dusapin ausgesucht.
Komponist Dusapin hat sein modernes "Medeamaterial" für ein Ensemble für alte Musik geschrieben: Musik, die betont, dass sich an menschlichen Konflikten kaum etwas geändert hat… Medea tötet ihre Rivalin durch ein vergiftetes Kleid.
Pascal Dusapin: "Wenn sich die Handlung bei dieser Medea ins Unerträgliche steigert, erstickt die Musik förmlich. Es ist so, als könne man der grössten Wut nur noch mit Schweigen begegnen. Es ist eine Partitur, die ständig mit dem eigenen Untergang kämpft."
Sasha Waltz' "Medea" zeigt, dass es heute oft Opern-fremde Regisseure sind, die Musiktheater wieder zu einem Gesamtkunstwerk machen.
AufführungenMedea
Eine Choreographie von Sasha Waltz
Oper von Pascal Dusapin
Text Heiner Müller
Aufführungen am 23., 25. und 27. Mai 2007
im Grand Théâtre - Luxembourg
>> Mehr Informationen
>> Offizielle Website von Sasha Waltz






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