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12/10/06

Schlüsselbeinbruch

Besonders bei Kindern und Jugendlichen sowie bei körperbetonten Sportarten tritt der Schlüsselbeinbruch recht häufig auf. Doch zum Glück gehört er zu den harmlosesten Knochenbrüchen beim Menschen. Meist kann eine solche Knochenverletzung durch Ruhigstellung behandelt werden.

Das Schlüsselbein, medizinisch Clavicula, ist die einzige knöcherne Verbindung zwischen dem Arm- und Rumpfskelett. Es verläuft zwischen dem Brustbein und einem Fortsatz des Schulterblattes. Bei einem Sturz auf die Schulter, auf den ausgestreckten Arm oder bei direkter Gewalteinwirkung kann das Schlüsselbein brechen. Besonders bei Kindern und Jugendlichen sowie bei körperbetonten Sportarten tritt dieser Bruch recht häufig auf. Er gehört zu den harmlosesten Knochenbrüchen beim Menschen.


Symptome
Erste Hinweise auf ein gebrochenes Schlüsselbein sind Schmerzen, eine Schwellung im Verlauf des Schlüsselbeins und die Unfähigkeit oder Einschränkung, den Arm zu benutzen. Im Vergleich zur anderen Körperseite ist die Kontur des Schlüsselbeins verändert. Als Erste-Hilfe-Maßnahme sollte der betroffene Arm in einer Schlinge oder in einem Armtragetuch ruhig gestellt und ein Transport in das nächste Krankenhaus organisiert werden.

Diagnose
Festgestellt wird ein Schlüsselbeinbruch mit Hilfe der Röntgenuntersuchung. Bei einem isolierten Schlüsselbeinbruch gibt es kaum Begleitverletzungen, so dass keine weiteren Untersuchungen notwendig sind. Wichtig für den behandelnden Arzt ist vor allem die Kenntnis über den genauen Unfallhergang. Außerdem sollte der Patient dem Arzt darüber Auskunft geben, ob er schon früher Schultererkrankungen oder Operationen im Bereich der Schulter hatte.

Therapie
In den meisten Fällen ist eine konservative Behandlung ausreichend, krankengymnastische Übungen unterstützen die Heilung. Eine operative Behandlung erfolgt meist nur bei besonderen Bruchformen oder bei Sportlern, deren Schulter hohen Belastungen ausgesetzt ist.
Bei der konservativen Therapie wird zur Ruhigstellung beider Schultern ein spezieller Verband angelegt, der so genannte "Rucksackverband". Die Tragedauer beträgt für Kinder etwa 10 Tage, für Erwachsene ungefähr 3 Wochen. Der Rucksackverband muss regelmäßig nachgezogen werden. Ein Nachteil der Behandlung ist, dass der Bruch durch den Rucksackverband nicht absolut ruhig gestellt werden kann. Den Vorteil jedoch, nicht operiert werden zu müssen, bezahlt der Patient aber mit deutlich länger anhaltenden Schmerzen. Zudem bleibt nicht selten eine unschöne „Verkürzungsfehlstellung“ oder ein deutlich sichtbarer Knick im Bereich des Schlüsselbeines zurück.
Eine Operation erfolgt meist bei sehr weit außen liegenden Brüchen oder wenn die Gefahr besteht, dass die scharfkantigen Bruchstücke die Haut durchspießen. Bei der so genannten „Plattenosteosynthese“ wird der Bruch verplattet. Der Patient bekommt dabei eine Platte eingesetzt, die mit Schrauben am Knochen fixiert wird. Dadurch wird der Bruch stabilisiert und geschient. Der Patient kann den Arm bereits kurz nach der Operation fast ohne Einschränkung bewegen. Die Platte wird in der Regel nach ein bis zwei Jahren wieder entfernt.
Sobald der akute Schmerz abgeklungen ist, sollte mit einem Bewegungstraining, z.B. mit vorsichtigen Pendelübungen, begonnen werden. Sportarten ohne Körperkontakt dürfen erst ausgeübt werden, wenn die Fraktur vollständig verheilt und eine schmerzfreie Bewegung in vollem Ausmaß wieder möglich ist. Dies ist in der Regel nach mehr als 12 Wochen der Fall. Kontaktsportarten sollten wegen der großen Gefahr einer erneuten Fraktur frühestens nach 4-6 Monaten wieder ausgeübt werden.
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HIPPOKRATES - Gesundheitsmagazin
Dienstag, 17. Oktober 2006 um 14.00 Uhr
Wiederholung vom 22. März 2005
Redaktion: Heidemarie Petters Koproduktion ZDF -ARTE G.E.I.E.

Erstellt: 17-03-05
Letzte Änderung: 12-10-06