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Leipziger Buchmesse 2007 - 21/06/07

Schreiben und Erinnern

Wie erinnern? Wie die Vergangenheit aufspüren? Wie ihrer habhaft werden? Herta Müller und Oskar Pastior rekonstruieren in einem autofiktionalen Text die Deportation der Rumäniendeutschen in die Sowjetunion 1945-1950. Helga Hirsch hat in einem neuen Sachbuch Lebensberichte von Vertriebenen in Osteuropa während und nach dem Zweiten Weltkrieg gesammelt.

"Man muss einen Schritt weg tun von der Realität"
Herta Müller hat zusammen mit dem inzwischen verstorbenen Lyriker Oskar Pastior die Deportation von Rumäniendeutschen in die Sowjetunion 1945 - 1950 in einem Text mit dem Arbeitstitel "Atemschaukel" rekonstruiert. Oskar Pastior selbst wurde als 19jähriger Opfer von Stalins Politik und musste fünf Jahre Zwangsarbeit in ukrainischen Bergwerken und Fabriken leisten. Der gemeinsam entstandene Text, den Herta Müller jetzt alleine zu Ende schreibt, ist eine fiktionale Geschichte, die sich aber am konkret Erlebten ausrichtet.


Entwurzelt
Millionen von Menschen - allein 16 Millionen Deutsche - verloren nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Heimat. Was bedeuteten Flucht und Vertreibung menschlich? Helga Hirsch ist der Frage nachgegangen und hat Lebensberichte von Vertriebenen aus Bessarabien, Lettland, Ostpolen und anderen osteuropäischen Regionen aufgezeichnet. In ihrem neuen Buch „Entwurzelt“ stellt sie Schicksale von Deutschen, Juden, Ukrainern und Polen nebeneinander: Es sind Odysseen quer durch ganz Osteuropa.



Erstellt: 21-03-07
Letzte Änderung: 21-06-07