In Anja Klabundes Dokumentation erzählen Frauen des Widerstandes, wie sie mit Aufklärungsschriften vor der wahren Natur des Nationalsozialismus warnen wollten. Doch Deutschland war schon früh von einem Netz von Spitzeln überzogen. Viele Frauen des Widerstandes wurden verhaftet und später deportiert. Anderen gelang die Flucht. Für sie begann der lange schwere Weg des Exils.In Paris, im Kreise berühmterer Emigranten, setzten die Frauen, die der Film porträtiert, ihre Arbeit gegen das Hitler-Regime fort. Mit der deutschen Besatzung und im Vichy-Frankreich waren sie erneut dem Terror der Gestapo und ihrer Helfershelfer ausgeliefert. Viele von ihnen lernten die Schrecken der französischen Internierungslager kennen.
In Deutschland verschlimmerte sich mit Kriegsbeginn die Situation der Widerständler. Die Nazis machten sich häufig nicht einmal mehr die Mühe eines ordentlichen Verfahrens, sondern wollten ihre Opfer anonym halten. Für die Mutter einer Zeitzeugin bedeutete das: Deportation ins Konzentrationslager Sachsenhausen, kein Prozess, kein Grab, nur ein Totenschein mit laufender Nummer. In Frankreich wuchs inzwischen unter der deutschen Besatzung die Entscheidung zum Widerstand. Als De Gaulle vom Londoner Rundfunk aus an die Bevölkerung appellierte, war das der Beginn der organisierten Résistance, auch der Frauen.
Anja Klabunde, Jahrgang 1945, studierte Germanistik und Kunstgeschichte. Sie ist freie Autorin für Rundfunk und Fernsehen mit dem Schwerpunkt auf kulturellen und zeitgeschichtlichen Themen. Zuletzt realisierte sie u.a. die Dokumentationen TATIANA FÜRSTIN METTERNICH sowie DAS WIDERSTANDSNEST. EIN DORF HILFT DEN JUDEN und ein Porträt des Opernregisseurs PETER KONWITSCHNY, das im Oktober 2004 auf ARTE zu sehen war. Im Goldmann-Verlag erschien unlängst ihre Biographie über MAGDA GOEBBELS. ANNÄHERUNG AN EIN LEBEN.
Dokumentation von Anja Klabunde-Vegh
ARTE/ZDF, Deutschland, 2004, 52 Min.
Erstausstrahlung
Wiederholung am 4. März 2005 um 16h45






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