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16/11/06

Segen Muttermilch?

Die natürlichste und einfachste Art, ein Kind zu ernähren: Stillen ist wieder im Trend. Seit den 90er Jahren nimmt die Bereitschaft der Mütter wieder zu, dem Baby die Brust zu geben. Denn das Stillen bietet eine Reihe von Vorteilen für Mutter und Kind.

Immerhin neun von zehn Müttern entscheiden sich noch im Krankenhaus dazu, ihr Kind zu stillen. Die WHO empfiehlt, dass Säuglinge bis zum 6. Monat ausschließlich Muttermilch trinken sollten.

Denn beim Stillen passieren erstaunliche Dinge im Organismus der Frau: Durch das Hormon Oxytoxin, das beim Stillen ausgeschüttet wird, werden Mütter stressresistenter. Durch das Hormon zieht sich zudem die Gebärmutter schneller zusammen. Damit sinkt die Gefahr von Infektionen und Entzündungen nach der Geburt - auch dem früher so gefürchteten Wochenbettfieber wird somit auf natürliche Weise vorgebeugt.

Schutz vor Allergien
Die Auswirkungen von Muttermilch auf die Gesundheit des Kindes wurden und werden in zahlreichen Studien untersucht. Die meisten Erkenntnisse der Wissenschaft sprechen eindeutig für Muttermilch. Stillen schützt zum Beispiel in gewissem Maße vor Allergien, vor allem in Familien mit hohem Allergierisiko.

Perfekt angepasst
Die Muttermilch ist perfekt an den kindlichen Stoffwechsel angepasst und enthält alles, was das Kind für sein Wachstum braucht. Der hohe Fettgehalt der Muttermilch sorgt dafür, dass das Kind gleichmäßig zunimmt. Die Fette können vom Kind nahezu vollständig verwertet werden. Das leicht verdauliche Eiweiß der Muttermilch enthält Aminosäuren, die für die Gehirnentwicklung eine wichtige Rolle spielen. Und dann sind da noch die Abwehrstoffe, die das Kind vor allem in der ersten Zeit vor Krankheiten schützen. Kinder, die lange gestillt wurden, leiden seltener an Infektionskrankheiten, besonders an seltenen Atemwegsinfektionen. Ehemals gestillte Personen sind im Erwachsenenalter weniger anfällig für Bluthochdruck und Übergewicht.

Trotzdem: Muttermilch ist nicht unbelastet - sie kann alle möglichen Schadstoffe enthalten, wie zum Beispiel Schwermetalle, chlororganische Pestizide oder dioxinähnliche Verbindungen. Diese sind aber meist nur in sehr geringer Menge nachweisbar. Zudem sollte die Mutter in der Stillzeit auf Medikamente verzichten, da auch diese in die Muttermilch übergehen.

Viele Mütter greifen auch aus gesundheitlichen Gründen, z.B. einer Brustentzündung, schon nach kurzer Still-Zeit wieder zur Flasche. Wenn das Stillen einfach nicht klappt, kann es zu einer unnötigen Quälerei werden - und mit einer gestressten Mutter fühlt sich auch das Baby unwohl. Deshalb gilt: Ob sie dem Kind die Brust gibt oder nicht, das ist eine Entscheidung, die jede Frau selbst treffen darf.
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HIPPOKRATES - Gesundheitsmagazin
Dienstag, 21. November 2006 um 14.00 Uhr
Wiederholung vom 21. Juni 2005
Redaktion: Birgit Engel Koproduktion BR -ARTE G.E.I.E.

Erstellt: 16-06-05
Letzte Änderung: 16-11-06