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Kino-News

Schön anzuschauende, aber oberflächliche Verfilmung des Colette-Romans, mit großen Schauspielern, die in schönen Kostümen amüsante Dialoge sprechen.

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Kinostart 07. September 2006 - 04/09/06

Sehnsucht

Ein Film von Valeska Grisebach


Drama um Liebe und
unerfüllte Sehnsüchte um die 30

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Externe Links

in Koproduktion mit ZDF/Das kleine Fernsehspiel und ZDF/3sat
mit Andreas Müller, Ilka Welz, Anett Dornbusch
Berlinale 2006 - Offizieller Wettwerb

Synopsis: Markus und Ella lieben sich seit Kinderzeiten. Jetzt sind sie um die Dreißig. Markus ist Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr. Bei einer Fortbildung lernt er die Kellnerin Rose kennen. Langsam entwickelt sich auch zu ihr eine Liebe, die fern von der Beziehung mit Ella zu sein scheint.

Im Gespräch mit...
Valeska Grisebach


Biografie: Geboren 1968 in Bremen. Aufgewachsen in Berlin. Philosophie- und Germanistikstudium in Berlin, München, Wien. Studium an der Filmakademie Wien bei Peter Patzak. Gaststudentin der DFFB Berlin. 2001 ist MEIN STERN ihr Diplomfilm.

Kritik: In ihrem letzten vom Publikum und der Kritik gefeierten Film MEIN STERN (2001) erzählte die Regisseurin Valeska Grisebach von der Schwelle zum Erwachsenwerden. Komplett mit Laiendarstellern besetzt, erarbeitete sie ein berührendes Coming-of-Age-Drama. Ihrem neuen Film SEHNSUCHT geht eine Interviewrecherche mit 200 Menschen um die Dreißig auf den Strassen von Berlin und Brandenburg voraus. Gefragt wurde nach persönlichen Sehnsüchten, nach Träumen und Wünschen. Die Ergebnisse dieser Recherche sind Bestandteil des Drehbuchs geworden, das die Regisseurin selbst geschrieben hat.

Valeska Grisebach suchte Laiendarsteller, die ihre Erfahrung, ihr Wissen und ihre körperliche Präsenz in eine fiktive melodramatische Geschichte einbringen sollten, damit diese an „Schärfe und Präzision gewinnen kann.“ Dieses Vorhaben ist ihr Gelungen, auch dank der harten Schnitttechnik von Bettina Böhler, die nicht zufällig auch für alle Filme von Christian Petzold (u.a. WOLFSBURG, GESPENSTER) verantwortlich zeichnet. In einigen Momenten wirkt diese Schnitttechnik geradezu stilbildend, prägt die Erzählung nachhaltig. Etwa wenn Markus sich auf einer Feier der Feuerwehrleute ganz der Musik hingibt. Mit geschlossenen Augen und ausgebreiteten Armen bewegt er sich langsam im Takt der intensiven Musik. Ein harter Schnitt, der auch das Blackout von Markus ausdrückt. Das Erwachen am nächsten Morgen im Bett der Kellnerin Rose, von der er nicht einmal den Namen weiß. Beide sind verwirrt, reden wenig, er geht.

Ein andermal baut der mittlerweile – von seinen beiden gleichzeitigen Lieben – höchst irritierte Markus einen Hasenstall. Wir sehen in Großaufnahme den Hasen der gemütlich Gras frisst, die Einstellung bleibt lange stehen. Vorher hat Markus seine Schrotflinte zusammen gebaut, aber das haben wir über dem Anblick des lustig vor sich hin mümmelnden Hasen schon fast vergessen. Doch dann, der Schnitt in die Totale und in Sekundenschnelle der Schuss, und der davon zu Boden geschmetterte Körper von Markus. Diese plötzlich freigesetzte Energie, dieser kurze Moment einer Eruption bringt mehr zum Erschrecken als jede Actionszene – man denke nur an Michael Hanekes CACHÉ.

„Jeder Mensch ist der melodramatische Held seines Lebens,“ sagt Valeska Grisebach. Am Ende ihres Films lässt sie Kinder die im Film erzählte Geschichte als eine Art Legende erzählen. In dieser Legende hat der Held überlebt, und die Kinder überlegen, mit welcher der beiden Frauen er wohl sein restliches Leben verbringen wird. Eines der Mädchen findet die Geschichte sehr romantisch. Der Rest ist Fiktion.

Nana A.T. Rebhan

Erstellt: 04-09-06
Letzte Änderung: 04-09-06