Klavierkonzert N°2
Klavierkonzert N°4
Nikolai Luganskys Spiel hat nichts Exzessives und weist auch kaum Effekte auf. Doch wenn er die eindringlichen Akkorde des Zweiten Konzerts anschlägt, spürt man, dass sich ein Drama anbahnt, das viel mehr ist als eine Metapher für Gefühle. Die Dialektik zwischen Klavier und Orchester im ersten Satz ruft dagegen ein anderes Bild wach: das eines Mannes, der von der unaufhörlichen Flut seiner tief verborgenen Erinnerungen und Gedanken überschwemmt wird.Dieser Kampf zweier ähnlicher wie auch unähnlicher Instanzen hat etwas mit den Strukturen der Seele zu tun, deren fließende Grenzen sich manchmal im Schutz der Dunkelheit verwischen. Rachmaninows Musik ist sicherlich deswegen so genau und authentisch, weil sie etwas von einem Tagebuch hat, dem durch die Verbindung von Selbstanalyse und sublimierter Erzählung per definitionem ehrlichen Roman.
Dieser „Spiegel der Seele“ bildet jedoch das Bindeglied zwischen dem großen persönlichen Schmerz des Zweiten Konzerts und den Traumata des großen Krieges, der der Komposition des Vierten Konzertes vorausging, und er bedingt seinerseits Erfolg oder Scheitern einer Interpretation.
Man kann sich gut vorstellen, dass Lugansky, über rein musikalische Gesichtspunkte hinaus, diesen zusätzlichen Sinn - den zentralen und dennoch versteckten Gegenstand - in sich selbst gesucht hat, um seine eigene Lesart auszuarbeiten. Daher rührt zweifelsohne das Gefühl der Selbstverständlichkeit, das diese Interpretation vermittelt, und vor allem die wunderbare Intensität des Klavierspiels, das an allen Stellen des Werkes überzeugt. Das zeigt sich besonders in der Ouvertüre zum Zweiten Konzert: Ein solches Crescendo kann man weder planen noch ausdenken, es taucht einfach plötzlich auf! Und das sagt viel über die ästhetischen Positionen des Pianisten aus.
Mathias Heizmann (7. April 2005)
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Nikolai Lugansky
"Sergej Rachmaninow: Klavierkonzert Nr. 2 c-Moll op. 18, Konzert Nr. 4 g-Moll op. 40"
Orchester der Stadt Birmingham unter der Leitung von Sakari Oramo
Warner Classics
www.warnermusic.fr






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