Die gesellschaftspolitischen Proteste Ende der 60er Jahre waren in den USA und in Europa auch mit dem Widerstand gegen sexuelle Tabus verknüpft. Die Protestierenden wandten sich gegen strenge Moralvorstellungen und forderten die sexuelle Revolution. Vor allem die Frauenbewegung und engagierte Homosexuelle griffen diese Gedanken begeistert auf. In dem Dokumentarfilm schildern prominente Zeitzeugen, unter ihnen Jane Birkin, Senta Berger und Rosa von Praunheim, wie unterschiedlich sie Sexualität in der Zeit der 50er Jahre bis in die Gegenwart erlebt haben.
Es war ein außergewöhnliches Jahr. 1968 bewegte sich eine Welle der Befreiung gegenüber Autoritäten, Körperfeindlichkeit und Doppelmoral von Amerika Richtung Europa und zurück. Ein zentrales Element war die "sexuelle Revolution". Sie erfasste sowohl die politisch engagierten Studenten, die gegen das Establishment rebellierten, als auch andere Teile der Gesellschaft. So bediente sich unter anderem die Pornoindustrie sehr schnell des Gedankens der sexuellen Befreiung.
Der Umbruch kam 1968 nicht von ungefähr. Nach dem Zweiten Weltkrieg herrschte in den 50er Jahren überall - ob in Frankreich, Deutschland oder England - eine konservative Sexualkultur. Doch daneben zeigten sich bereits Vorläufer der sexuellen Revolte, zum Beispiel seitens der Existenzialisten in Frankreich und der Halbstarken in Deutschland.
Die gesellschaftskritischen Proteste Ende der 60er Jahre zeigten Wirkung und veranlassten die Frauenbewegung und die Homosexuellen-Bewegung in den 70er Jahren dazu, die Sicht auf die Sexualität in der Gesellschaft zu verändern.
In den 80er und 90er Jahren folgte die so genannte neo-sexuelle Revolution, bei der die Sexualität ihre starke symbolische Bedeutung als befreiende Kraft verlor. Vor allem die Medien verändern mit einer freizügigeren Darstellung sexueller Reize die Sicht auf Sexualität, Pornografie und die Beziehungen der Geschlechter. Zum Teil kehren sogar die Werte der 50er Jahre als Gegenbewegung zur propagierten Bindungslosigkeit des sexuellen Lebens zurück.
Der Dokumentarfilm zeichnet die Entwicklungen der sexuellen Revolution sehr persönlich und humorvoll nach. Prominente Zeitzeugen, unter ihnen Jane Birkin sowie Senta Berger und ihr Sohn Simon, Georg Stefan Troller und Tochter Linda, Meret Becker und Rosa von Praunheim, erzählen jeweils aus der Sicht ihrer Generation, wie unterschiedlich sie Sexualität in der Zeitspanne zwischen den 50er Jahren und heute erfahren haben und erleben.