Sheffield Ende der 70er – Glamour kannte man hier höchstens aus dem Fernsehen. Das hippe London mit seinen schrillen Punk- und Post-Punk-Ikonen schien eine Ewigkeit entfernt. Und doch vibrierte in der Stadt ein Sound. 1977 gründeten die beiden Computer-Nerds Ian Craig Marsh und Martyn Ware "The Future". Irgendwann wurde den beiden allerdings klar, dass man mit einem Sänger bessere Aussichten auf einen Plattenvertrag hatte. Mit Phil Oakey entstand so "The Human League". Unter dem Einfluss elektronischer Musik prägte Sheffield seinen ganz eigenen Sound. Bands wie "Vice Versa", "They Must Be Russians", "Cabaret Voltaire", oder "Pulp" erinnerten allenfalls durch ihre Do-it-yourself Einstellung an Punk.
Martin Fry kam Mitte der 70er von Manchester nach Sheffield und war von der dortigen Musikszene begeistert. So begeistert, dass er sogar ein eigenes Fanzine herausgab. Bis zu einem folgenreichen Treffen mit der Band "Vice Versa". Martin wurde zum Sänger und Kopf der Band. Unter seiner Regie verwandelte sich "Vice Versa" innerhalb eines Jahres in das glamouröse Pop-Produkt "ABC". Auf ihrem Debütalbum „The Lexicon Of Love“ war von dem alten Sheffield-Sound nicht mehr viel zu spüren.
Zurück zu "The Human League": Auch deren Sänger Phil Oakey wollte mehr Glamour. Und so trennte er sich nach zwei mäßig erfolgreichen Jahren von seinen alten Kollegen. Für die neue Version von "The Human League" gabelte er zwei Schülerinnen in einer Disco auf. „Don’t You Want Me“ wurde Ende 81 zum weltweiten Nr. 1-Hit – und "The Human League" zum Inbegriff des Pop. Auch für Martyn Ware bedeutete die Trennung von "The Human League" einen musikalischen Neuanfang. Gemeinsam mit Ian Craig Marsh und dem Sänger Glenn Gregory gründete er die Band "Heaven 17". Mit ihrem elektronischen Funk gingen "Heaven 17" jedenfalls ihren eigenen Weg.
Irgendwie sind sie in Sheffield dann doch eine einzige große Familie geblieben. Und das ist in Zeiten wie diesen eine Menge Wert.







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