Erstausstrahlung, 55 Min.
Am 6. Mai 1856 in Pribor, Mähren, geboren, kommt Sigmund Freud im Alter von drei Jahren nach Wien. Er studiert in der österreichischen Hauptstadt und lebt, praktiziert, lehrt und forscht dort jahrzehntelang. Doch noch in seinem letzten Lebensjahr wird er von den Nationalsozialisten nach London vertrieben. Freud reist viel, unter anderem besucht er die antiken Stätten des Mittelmeerraums. Er wird zum pater familiae mit sechs Kindern und Enkeln und bleibt immer eine für das alte Österreich typische Professorenfigur, obwohl er nie tatsächlich lehrender Professor an der Wiener Universität war. Aber Freud hat anstelle dessen regen Austausch mit den Berühmtheiten seiner Zeit. Die Dokumentation stellt die Frage, was das bis heute so wirksame beziehungsweise so bekämpfte Wesentliche an Freuds Theorien war und ist. Und was ließ Begriffe wie Berggasse, Couch und Analyse zu Topoi werden?- Zum Film
Die Dokumentation schildert Freuds Leben von der Geburt bis zum Tod mit den Augen des die zentralen Stätten seines Lebens wieder besuchenden Sigmund Freud. Gedreht wurde an Originalschauplätzen, unter anderem in der mährischen Heimatstadt mit den seit Freuds Zeiten unveränderten Arkaden, in Wien mit der Universität und den Räumen der Berggasse 19, in Paris mit der Salpêtrière und Notre Dame, in London mit Maresfield Gardens und in New York und Boston. Zu Wort kommen Koryphäen des heutigen Kultur- und Wissenschaftslebens. Die Dokumentation löst Freuds Erkenntnisse zur Traumdeutung und Hysterie, sein analytisches Eindringen in die Seele des Menschen sowie seine Beschreibungen vom Verhalten der Völker und das aggressiver Einzelpersonen künstlerisch auf in Bilder, Musik und Bewegung. Der Zuschauer sieht Freud bei der Arbeit zu, legt sich imaginär auf seine Behandlungscouch und dringt tief ein in die Theorien zu Sexus und Tabu, zu Über-Ich und Ironie.
Der Autor dieser Dokumentation, Otto Brusatti, dürfte den deutschen Radiohörern bestens bekannt sein: Er führte Buch und Regie bei der Radioserie "Die Mozart-Briefe" mit Klaus-Maria Brandauer, die derzeit im Radio läuft.






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