England Ende des 18. Jahrhunderts. Nach dem Tod ihres Mannes, der sein gesamtes Erbe seinem Sohn aus erster Ehe hinterlassen hat, ist Mrs. Dashwoods einzige Hoffnung die Heirat ihrer Töchter. Doch die disziplinierte Elinor und die romantische Marianne werden in ihren Beziehungen auf eine harte Probe gestellt – und müssen schwere Zeiten des Kummers und des Herzschmerzes durchstehen, bis sie endlich die wahre Liebe finden …

Sinn und Sinnlichkeit
(Sense and Sensibility)
Spielfilm, USA, 1995
Regisseur: Ang Lee
Mit: Emma Thompson, Kate Winslet, Hugh Grant, Alan Rickman, Greg Wise, Gemma Jones, Harriet Walter, James Fleet, Elizabeth Spriggs, Imogen Stubbs, Emilie François

England Ende des 18. Jahrhunderts. Als Mr. Dashwood, ein Angehöriger des englischen Landadels, stirbt, hinterlässt er sein gesamtes Erbe dem Sohn aus erster Ehe. Seine zweite Frau und ihre drei Töchter gehen leer aus. Sie kommen schließlich bei einem Verwandten in einem bescheidenen Landhaus im abgelegenen Devonshire unter. Mrs. Dashwoods einzige Hoffnung ist die Heirat ihrer Töchter. Doch so einfach ist das nicht: Elinor, die Älteste, entwickelt eine Neigung für den wohlhabenden Edward Ferrars, einen etwas unbeholfenen Gentleman mit Charme. Doch dessen missgünstige Familie versucht, die Verbindung zu verhindern. Marianne, die Zweitjüngste, wird vom vermögenden und melancholischen Colonel Brandon hofiert. Doch sie findet größeren Gefallen an dem jungen und ungestümen Verführer Willoughby. Die beiden Schwestern, einander in inniger Freundschaft zugetan, sind jedoch von gegensätzlichem Naturell: Während sich die eher pragmatische Elinor von der Vernunft lenken lässt und stets diszipliniert die Etikette zu wahren weiß, lässt die romantische Marianne gerne ihren Gefühlen und Leidenschaften freien Lauf. Letztlich muss eine jede schwere Zeiten des Kummers und Herzschmerzes durchstehen, bis sie endlich zur wahren Liebe findet …
Mit „Sinn und Sinnlichkeit“ ist dem Regisseur Ang Lee eine herausragende Verfilmung des bereits mehrfach adaptierten Romans „Sense and Sensibility“ („Verstand und Gefühl“) aus dem Jahre 1811 von Jane Austen gelungen. Die melodramatische Romanze wartet mit großartigen Landschaftspanoramen und schönen Kostümen auf, ohne neben den optischen Genüssen die thematische Tiefe zu verfehlen. Subtil zeichnet der Film mit einer exzellenten Besetzung die inneren Konflikte der Hauptfiguren nach und bringt dem Zuschauer ihre Emotionen nahe. Es entsteht ein vielschichtiger Einblick in eine Gesellschaftsschicht, die auch der Autorin der Romanvorlage nur allzu bekannt war. Mit einer feinen Ironie angereichert, vermittelt der Film auch die Doppelbödigkeit des Lebens zwischen Ritualen, Konventionen und den wahren Empfindungen und Bedürfnissen. Die Tatsache, dass sich der taiwanesische Regisseur Ang Lee („Das Hochzeitsbankett“, „Eat Drink Man Woman“, „Brokeback Mountain“) der Thematik angenommen hat, wirkt weniger erstaunlich in Anbetracht seiner bisherigen Filme, die die chinesische Gesellschaft unter ähnlichen Gesichtspunkten unter die Lupe nehmen.