Die Reportage im exportierbaren Player
In Myanmar findet man nicht nur Nilpferde im Zoo. Auch die Skater von Rangun wissen ihn zu schätzen, schließlich ist der Beton hier wenigstens schön schlaglochfrei.
Irgend etwas muss man sich als Skater ja einfallen lassen, wenn die Regierung Skateparks für verzichtbar hält. In ganz Myanmar gibt es lediglich einen einzigen davon – mit einer Fehlkonstruktion von Miniramp. Mal ganz abgesehen davon, dass die chinesischen Billigboards, die über verschlungene Wege und überteuert in die Fashion Shops kommen, nach ein paar Grinds auf einem Rail hinüber sind. Aber auch das: kein Grund zum Aufgeben. Die Handvoll Skate-Buddies, die sich im Skate-Club Skatezone zusammengefunden haben, kämpfen trotz Mangelwirtschaft und Militärdiktatur um und für ihren Sport. Wenn das Board zu Bruch geht, helfen Holzssplitter und Kleber, Hauptsache, die Party geht weiter.
Wenn der 22-jährige Ye Wint Ko mal nicht auf dem Brett steht, studiert er Physik, oder er kümmert sich um die Kollateralschäden der Skatesessions. Und nicht nur bei den Boards ist Improvisieren angesagt: wenn der Strom mal ohne Unterbrechung läuft, werden sofort neue Tricks im Internet gesucht. Und die alten Kult-Computerspiele aus dem Westen taugen immer noch dazu, den Tag rumzubringen, bis sich die Skater abends vor der Pagode treffen.
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