Als 1986 der Bauarbeiter und Poet Marc Smith einige Kollegen einlud, ihre Gedichte im legendären Chicagoer Jazz Club "Green Mill" zu performen, konnte er nicht ahnen, dass er zum Wegbereiter einer weltweiten Massenbewegung werden sollte. "Slam Poetry" begann in Chicago als kollektives literarisches Experiment. Die Poeten genossen die Tatsache, dass sie am Nachmittag einen Text schreiben und ihn in der Nacht im Club vor einem eingeweihten Publikum "slammen" konnten. Die direkte Resonanz des Publikums wirkte sich immer stärker auf die Qualität der Texte und Performances aus.Ende der 80er Jahre brachten Poeten wie Bob Holman den Poetry Slam nach New York. Dort etablierte er sich schnell im "Bowery Poetry Club" und im "Nuyorican Poets Café". Die Metropole bot die geeignete Plattform, um Poetry Slam national bekannt zu machen. Bald gab es Veranstaltungen in allen größeren Städten der USA, die 1990 im ersten "National Slam" in San Francisco mündeten.
1993 suchten die amerikanischen Slamer Rick Maverick und Priscilla B. in ihrer Wahlheimat Berlin einen Ort, an dem sie sich wöchentlich zu Auftritten treffen konnten. Der Underground Club "Ex & Pop", damals Treffpunkt vieler Musiker und Filmemacher, war der perfekte "Space". Die Berliner Poeten Wolf Hogekamp, Bas Böttcher und Xochill zogen bald auch deutsches Publikum an und etablierten damit den ersten deutschsprachigen Poetry Slam. 1997 wurde schließlich der erste deutsche National Slam ausgetragen, bei dem der junge Rap-Poet Bas Böttcher unter mehr als 100 Teilnehmern als Gewinner hervorging.
Auch in Frankreich entstand Ende der 90er Jahre eine starke Bewegung, die Stars wie Pilot Le Hot hervorbrachte. Heute begeistern "slameurs" wie Grand Corps Malade, die sich auf ihre Rapwurzeln und die Tradition des "Chanson à texte" beziehen, das Publikum.
Slam Revolution
Dokumentation, Deutschland 2007, Erstausstrahlung, 16:9, 37 Min.
Regie: Rolf S. Wolkenstein







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