„Auch wenn wir nicht wissen, was wir machen sollen, besteht unsere wichtigste Aufgabe heute darin, Freiräume zu bewahren. Ein ethischer Akt ist für mich die Tat einer Minderheit und hat den Anspruch, Universelles neu zu artikulieren […]“
„Wenn man zum Beispiel einer substanziellen Ordnung angehört, d.h. einer (christlichen, jüdischen, politischen oder anderen) Gemeinschaf, dann ist die wirkliche Entscheidung, der Moment, in dem man seine Gemeinschaft im Namen von deren eigenen grundlegenden Werten verraten muss. So das Nein zur europäischen Verfassung. Diese Verfassung war ein bürokratischer Kompromiss! Natürlich bin ich mir bewusst, dass unter den Gegnern der Verfassung auch einige reaktionäre Kräfte sind. Es ist leicht, im Namen eines proto-populistischen, nationalistischen Provinzialismus nein zu Europa zu sagen. Aber ein Nein zu Europa im Namen Europas, im Namen eines universellen Europas, das ist wirklich ein Akt, und ich glaube, dass das Raum schaffen kann“.
Auszüge aus einem Interview mit Le Monde vom 7. April 2006, erschienen in Le Monde des livres unter dem Titel „Rencontre“.
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