Mark Riklin
St. Gallen in der Schweiz. Auf einer eher unwirklichen Verkehrsinsel veranstaltet der „Verein zur Verzögerung der Zeit“ eine Siesta. Eine halbe Stunde genießen, sich zurücklehnen und ausspannen. Der Initiator Mark Riklin ist überzeugt, dass wir immer wieder eine gediegene Siesta einlegen sollten. Einfach mal Zeit genüsslich verschwenden… An völlig unterschiedlichen Orten im öffentlichen Raum veranstaltet Riklin Siestas. Der Kontrast von beschleunigter und entschleunigter Welt fasziniert ihn. Vita interruptus, sozusagen. Menschen zu verwöhnen, das gehört für Mark Riklin zu einer Siesta. Die Zeit mit Pralinen versüßen und dadurch zu etwas Besonderem machen. Das Leben von den Zeitzwängen der Industriealisierung befreien und dadurch zu eigenem Recht verhelfen.Mark Riklin: "Zeit zu Verzögern, das wirkt irritierend, aber ich glaube jeder, das ist ja was subjektives wie lange man einen Moment erlebt. Und wenn man etwas bewusst erlebt denke ich, dass man Zeit dehnen kann und dadurch auch das ganze zu verlangsamen. Ganz praktisch im Alltag, Dinge langsamer tun zum Beispiel langsamer Gehen, Flanieren und dadurch den Blick mal heben und rumkucken und plötzlich erst realisieren, dass wie eine Fassade eines Hauses aussieht . Also nicht mehr blind durch die Gegend zu gehen. In dem Sinne kann man Zeit verzögern, glaube ich."
Thomas Zollinger
Langsames Gehen das nimmt der Schweizer Künstler Thomas Zollinger wörtlich. Bei seinem derzeitigen Projekt geht er drei Stunden auf der Hochebene de Diesse bei Biel, immer im gleichen Tempo, ohne Pause, der Weite entgegen. Vom totalen Stillstand für mehrere Stunden über extreme slow motion bis hin zu Stadtdurchwanderungen in verschiedenen Geschwindigkeiten: Seit 13 Jahren sind unterschiedlichste Projekte zum Thema Gehen die Passion von Thomas Zollinger. Er hat seinen Weg gefunden. Die Inspiration für seine Projekte zieht er aus der Zen - Religion und dem Butho – Tanz. Alles zielt auf eine ganzheitliche Erfahrung des Gehens und die Transformation in einen zeitlosen Zustand.Thomas Zollinger: "Für mich ist es so wie ein zurückgehen zum Rein, zu Nichts, zum Körper, zum weg vom Denken auch beispielweise. Eine extreme Minimalisierung, wenn ich so sagen will, ich bin nichts mehr anderes als ein gehender Körper und mich damit verbinden macht mir Spaß, macht mir Freude und selber auch so wie zur Landschaft zu werden, sich rauskatapultieren aus dem so genannten normalen Leben."
>> Offizielle Website vom Zeitverein
>> Offizielle Website vom Ritual Theater
IN DER REPORTAGE ZU SEHEN
Das Ulmer Wecker-Orchester von der Künstlerin Juliane Stiegele
>> Offizielle Website von Juliane Stiegele







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