Mit Juliette Binoche, Romain Duris, Fabrice Luchini, Albert Dupontel, Karin Viard
Synopsis: Paris, das sind vor allem die Geschichten der Menschen, die in dieser Stadt leben – und die Orte natürlich. Da gibt es etwa den kranken Tänzer, der nicht mehr tanzen darf, die Sozialarbeiterin, die sich um alle kümmert, aber sich selbst vergisst, den Professor, der sich in eine junge Studentin verliebt - um nur einige zu nennen. Kritik: Erst im letzten Jahr brachten 21 renommierte Regisseure 18 kurze Filme aus Paris unter dem Titel PARIS JE T'AIME ins Kino. Diese hatten, so unterschiedlich wie sie daherkamen, nur eines gemeinsam: Ihre Regisseure stammten nicht aus Paris. Cédric Klapisch hingegen ist in Paris groß geworden. Seine Nachmittage verbrachte er als Schuljunge spielend in einem alten römischen Amphitheater, dem Arènes de Lutèce, einem der ältesten Bauwerke der Stadt. Klapisch kehrt nun nach seinen internationalen Erfolgen L'AUBERGE ESPAGNOLE - BARCELONA FÜR EIN JAHR (2002) und L'AUBERGE ESPAGNOLE - WIEDERSEHEN IN ST. PETERSBURG (2005) in seine Heimatstadt zurück, um ihr ein filmisches Denkmal zu setzen.
Dabei dürfen die Postkarten-Highlights in einem Film fürs große Publikum natürlich nicht fehlen. Der Eiffelturm, Sacré Coeur, Père Lachaise, Moulin Rouge, das Panthéon, der Montparnasse-Turm und diverse Brücken sind zu finden in SO IST PARIS. Keine Angst, Klapisch ist erfahren genug, die bekanntesten Seiten seines eigentlichen Hauptdarstellers in viele kleine Episoden einzuweben, so dass seine Diashow nicht allzu plump daherkommt. Dabei helfen Klapisch tatkräftig bei seinen etwas banalen Alltagsgeschichten in erster Linie großartige Schauspieler, wie etwa Juliette Binoche, Romain Duris und Fabrice Luchini, um nur einige zu nennen. War Juliette Binoche in Nobuhiro Suwas Episode in PARIS JE T’AIME eine Mutter, die unter dem Tod ihres Sohnes litt, leidet sie nun unter dem möglichen baldigen Tod ihres Bruders, des ehemaligen Moulin Rouge-Tänzers Pierre, der so etwas wie das Herz des Films darstellt. "Herz des Films" deshalb, weil dieser nicht nur an einem Herzproblem leidet, sondern weil der Film auf einer Meta-Ebene aus seiner Perspektive beschrieben wird, die sich durch seine lebensbedrohliche Krankheit geändert, an Klarheit gewonnen hat. Klapisch: "In dieser neuen Situation gewinnt das Leben plötzlich an Wert, das Leben der Mitmenschen ebenso wie das der gesamten Stadt. Auf dem Metro-Plan ist Paris ein Geflecht von Kreuzungen. Um ein Porträt dieser Stadt zeichnen zu können, muss man in alle Richtungen gehen, nicht nur in eine."
Genau dies tut der Film in seinen etwas lang geratenen 129 Minuten. Ausgehend vom melancholischen Tänzer Pierre (Romain Duris, der bereits zum sechsten Mal in einem Film von Klapisch mitspielt) folgt er dessen überlasteter Schwester Elise (Juliette Binoche, zum ersten Mal in einem Klapisch-Film), einer Sozialarbeiterin, die zuletzt an sich selbst denkt. Ein geheimes kleines Highlight von SO IST PARIS ist Fabrice Luchini, ein Geschichtsprofessor in der Midlife-Krise, der sich in die junge Studentin Laetitia verliebt (die zauberhafte Mélanie Laurent, leider unterfordert in der Rolle der lächelnden Studentin). Dann gibt es u.a. noch den Gemüsehändler Mourad (Zinedine Soualem, ebenfalls ein alter Bekannter aus Filmen des Regisseurs), der frühmorgens sein Gemüse auf dem berühmten Großmarkt Rungis abholt. Völlig überflüssigerweise gibt es noch eine Episode, in der ein afrikanischer Schwimmlehrer sich entscheidet, nach Frankreich zu flüchten, warum auch immer. In einem exklusiven Ressort in Afrika lernt er eine Französin kennen, die er später öfter mal auf ihrem Handy anrufen wird. Einmal ist sie mit ihren Freundinnen gerade auf einer Modenschau von Gaultier (die heimlich gefilmt wurde, worauf Klapisch sehr stolz ist) - natürlich nicht grade der geeignete Moment, um mit einem afrikanischen Flüchtling zu plaudern. Fast scheint es, als sei diese Episode aus Gründen der politischen Korrektheit Bestandteil des Films. Mittendrin vergisst Klapisch sie dann auch einfach. Nicht alles funktioniert in dieser Hommage - aber wie eine Stadt ihre schönen und ihre eher unangenehmen Viertel und Seiten hat, so hat dieser Film eben gelungene und misslungene Momente und Geschichten. Nana A.T. Rebhan






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Eine weitere Hommage an Paris und seine Bewohner
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