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No Taboo (Real Audio, 1'00'')
Avalanche (Real Audio, 1'00'')
Mo’ Better Blues (Real Audio, 1'00'')
Man fragt sich bereits nach wenigen Takten: Woher ziehen Soil & „Pimp“ Sessions ihre überwältigende Energie? Glaubt man im ersten Moment eine ausgewachsene Bigband zu hören, stellt man mit Erstaunen fest, dass die Bläser „nur“ mit einem Trompeter und Saxophonisten besetzt sind, neben einem Bassisten, Pianisten und Schlagzeuger. Die Antwort auf die Frage nach ihrem dynamischen Sound erklärt sich in dem geheimnisvollen sechsten Mitglied, das zwar kein Instrument spielt, dafür aber als Agitator und Zeremonienmeister seinen Mitmusikern einheizt und aus jedem Konzert ein Spektakel macht. Die Live-Auftritte der Soil & „Pimp“ Sessions sind längst ein Geheimtipp. Der englische Radio-DJ Gilles Peterson hatte die Godzilla-Jazzer für seinen Abend während des Montreux Jazzfestivals engagiert, denn Promotion tut gut, schließlich hat er sie für Großbritannien auf seinem Label Brownswood unter Vertrag.
Im restlichen Europa vertreibt das Münchner Compost-Label ihr Albumdebüt „Pimp Master“, das nicht nur für frischen Wind im Jazz sorgt, sondern eher einem Wirbelsturm gleichkommt. In bester Bebop-Manier fetzen die Nippon-Musiker los und füttern ihre agilen Bläsersätze abwechselnd mit Soul-, Salsa-, Bossa-Nova- oder Ska-Rhythmen. Doch sie können auch anders, nämlich ganz sanft spielen, wenn sie zum Beispiel „Mo’ better Blues“ aus dem gleichnamigen Spike Lee Film intonieren. Dabei legen die ungestümen Jazz-Rebellen für einen Moment ihre Wildheit ab, wie ein Schauspieler sein Godzilla-Kostüm, unter dem er sich verbirgt.
Matthias Schneider
- Toudaten
01.11.06 Hamburg, Mandarin
02.11.06 Ingolstadt, Jazz Festival
03.11.06 Aalen, Jazz-Festival
04.11.06 Leverkusen, Jazz-Festival







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