- Synopsis
Im Frühling 1943 nähert sich die Schlacht um Stalingrad ihrem Ende. Das hunderttausendfache Sterben nährt in vielen die Erkenntnis von der krankhaften Obsession Hitlers, den Krieg um jeden Preis weiter zu führen. An der Münchener Universität haben sich Studenten zusammen getan, um den Wahnsinn zu bekämpfen. Sie nennen sich „Die weiße Rose“. In Flugblättern fordern sie zum Widerstand gegen das Nazi-Regime auf. Bei einer Flugblatt-Aktion auf dem Gelände der Universität wird die junge Studentin Sophie Scholl zusammen mit ihrem Bruder Hans verhaftet. Es folgen tagelange Verhöre durch die Gestapo….
Der Trailer zum Film (Real Video)- Der Kommentar zum Film
Das Martyrium von Hans und Sophie Scholl und den anderen Mitgliedern der pazifistischen Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ benutzt Regisseur Marc Rothemund, um die Jahre des Nationalsozialismus und den Widerstand gegen das Nazi-Regime aus der Sicht einer jungen Frau zu beleuchten. Rothemund hält sich an historische Fakten und konzentriert sich auf die Psycho-Duelle zwischen den Widerstandskämpfern und den Vernehmungsbeamten. Nach dem Fall der Mauer 1989 erhielt der Regisseur Zugang zu wichtigem Archivmaterial, insbesondere zu den Original-Vernehmungsprotokollen der Geschwister Scholl. Gestützt auf dieses Material, gibt Rothmund das Geschehen detailgenau wieder und zeigt uns ein Kammerspiel von eindringlicher Intensität.
Rothemund zeigt Sophie Scholl nicht als Heilige, sondern als junge, verantwortungsbewusste Frau, die das Leben liebt und dennoch nicht davor zurück schreckt, bis zum äußersten zu gehen. Sophie Scholls Hinterlassenschaft ist eine Herausforderung für die nachfolgenden Generationen, insbesondere für die heutige Jugend und stellt zugleich jeden vor die Frage, wie er selbst sich wohl unter ähnlichen Bedingungen verhalten würde. Die Konfrontation der Studentin mit dem Nazi-Schergen (Alexander Held), der es Dank seiner blinden, beflissenen Ergebenheit vom Nichts zur Gestapo-Vernehmungsbeamten gebracht hat, hat nichts einseitiges, aber große Wirkungskraft.
Der Film erreicht ein hohes Niveau an emotionaler Intensität, nicht zuletzt wegen der eindringlichen Darstellung der Sophie Scholl durch Julia Jentsch, die wir noch weitaus oberflächlicher in Weingartners Die fetten Jahre sind vorbei in Erinnerung haben. Einen wesentlichen Anteil trägt auch André Hennicke, der den Präsidenten des Volksgerichtshofs, Dr. Roland Freisler so lebensnah darstellt, dass uns bei seinem hasserfüllten Gebrüll das Blut in den Adern gefriert. Rothemunds Film erreicht einen Grad an Emotionalität und Anspruch, den nur wenige für sich in Anspruch nehmen können. Sophie Scholl – Die letzten Tage ist ein düsteres, bedrückendes Werk, durch das nur vereinzelt Sonnenstrahlen ziehen, die Sophie Scholl, wie ein Geschenk entgegen nimmt – eine Aufforderung, niemals aufzugeben.
- Das Bonusmaterial
Die sorgfältig realisierte Special Edition der DVD Sophie Scholl hält eine eigene DVD für die Bonus Tracks parat. Allein das Making Of von Bernhard Eschenbach ist knapp 75 Minuten lang, und umfasst die Zeitspanne des kompletten Drehs inklusive Vorproduktion. Viele Teammitglieder kommen hier zu Wort, etwa Kameramann Martin Langer, Regieassistenten, Kameraassistenten, die Szenenbildnerin und der Set-Architekt. Autor Fred Breinersdorfer bezeichnet sich selbst als den „einzigen alten Zausel in einem Team lauter junger, kreativer Menschen.“ Als Regisseur Marc Rothemund ihm erzählte, er wolle die Geschichte der Sophie Scholl verfilmen, war er erst gar nicht davon überzeugt. „Ich sagte ihm das ist Schulfunk.“ Hätte es auch werden können, wenn nicht Marc Rothemund bereits seine spezielle Version der Geschichte im Kopf gehabt hätte. So wurde die Universität in der Leopoldstrasse in München kurzerhand mit Hilfe von Nazifahnen in die Zeit des Dritten Reiches zurückversetzt. Viel verändert werden musste ansonsten nicht an dem Universitätsgebäude. Der Film beruht auf den bisher unveröffentlichten Vernehmungsprotokollen der Sophie Scholl. „Wir haben mit einer Mischung aus Abscheu, Spannung und Ehrfurcht die Protokolle der Gestapo über die ‚Weiße Rose’ in die Hand genommen,“ sagt Breinersdorfer über sich und Regisseur Marc Rothemund.
Die vollständigen Vernehmungsprotokolle, die Anmerkungen Fred Breinersdorfer zur Lektüre der Vernehmungsprotokolle, ein Brief von Else Gebel an Sophies Eltern - Else Gebel teilte sich mit Sophie Scholl eine Zelle - und die Flugblätter der ‚Weißen Rose’ sind ebenfalls Bestandteil der DVD, die mit einem Browser dargestellt werden können. Ein weiterer, historisch sehr interessanter Bonustrack sind Interviews mit Zeitzeugen. Anneliese Knop-Graf, Franz Müller, Walter Gebel, Willi Mohr und Elisabeth Hartnagel (geb. Scholl) erzählen, was ihnen von damals noch über Sophie Scholl und ihrem Bruder im Gedächtnis ist. Im halbstündigen Interview mit ihrer älteren Schwester Elisabeth erzählt diese, dass Sophie stets ein zartes, etwas kränkliches Mädchen gewesen sei, auf das die ganze Familie Rücksicht genommen hat. Sie erinnert sich, dass ihr Bruder einst sagte: „Sophie wird mal eine Schönheit.“ Da war sie grade mal 15. Anneliese Knop-Graf wohnte vier Tage bei den Geschwistern Hans und Sophie. Redet sie über Hans gerät sie ins Schwärmen. Für Sophie hatte sie „keine Antenne.“ „Ich habe es nicht gemerkt, dass sie etwas Besonderes ist. Sie war klein und sehr schwäbisch. Aber sie hatte einen höchst attraktiven Bruder...“
Ausführliche Biografien zu den wichtigsten Schauspielern des Films (Julia Jentsch, Alexander Held, Fabian Hinrichs, Johanna Gastdorf, André Hennicke und Florian Stetter) und zum Team des (Regie, Drehbuch, Produktion, Kamera, Schnitt, Szenenbild, Kostümbild und Verleih) sind ebenfalls Bestandteil des DVD. Nicht zu vergessen natürlich die Extras Teaser, Trailer, Zusätzliche Szenen (ganze 13 Szenen), Szenenfotos und Outtakes (die sich auf 2 beschränken, aber nun ja, so viel zu Lachen gibt es bei diesem Thema ja nun wirklich nicht). Der Audiokommentar von Regisseur Marc Rothemund mit Hauptdarstellerin Julia Jentsch und Autor Fred Breinersdorfer liefert weitere wissenswerte Informationen zum Film. Diese Special Edition bietet ein sehr großes Angebot an sehenswerten Extras und sei jedem historisch interessierten Filmliebhaber ans Herz gelegt.
Nana A.T. Rebhan
Sophie Scholl - Die letzten Tage
Drehbuch: Fred Breinersdorfer
Produzent: Christoph Müller, Fred Breinersdorfer, Marc Rothemund
Schauspieler: Alexander Held, Fabian Hinrich
- Technische Angaben
System: PAL
Tonformat: Dolby Digital 5.1 in Deutsch
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
- Bonusmaterial
- Dokumentationen
- Making-Of
- Postergalerie
- verpatzte und nicht verwendete Szenen
- Trailer






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Ein düsteres, bedrückendes Werk
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