Der eigene Nachname ist für viele Spurensucher der Einstieg in die Familienforschung. Woher kommt dieser Name? Was bedeutet er?
Für Nachforschungen innerhalb von Deutschland und Österreich bietet sich geogen an. Auf dieser Seite können Sie Landkarten mit der Verbreitung und Verteilung von Familiennamen erstellen lassen. Grundlage hierfür sind die Einträge ins Telefonbuch. Sie erhalten so einen ersten Überblick und wissen dann zumindest, dass Ihr Nachname aktuell z.B. 16.543mal als Telefonbucheintrag vorhanden ist. Man kann dann davon ausgehen, dass es etwa doppelt so viele Personen mit diesem Namen tatsächlich gibt.
Thomas Liebecke, ein ehemaliger Student des Leipziger Namenforschers Jürgen Udolph, hat eine gute Homepage namens "Onomastik" erstellt, auf der man sehr spielerisch nicht nur Familiennamen, sondern auch Vornamen, Ortsnamen, Gewässernamen und sogar Markennamen finden kann.
Orte
Die wenigsten Familien leben über Generationen am gleichen Ort. Und selbst wenn: Ortsnamen ändern sich, Gemeindegrenzen werden neu gezogen und überhaupt: niemand kann sich überall auskennen.
"Google Earth" und "GoogleMap" sind zwei topographische Suchsysteme, die bei der Ortsuche helfen. So gewinnen Sie einen guten Überblick, verstehen besser, wer wann wohin gezogen ist und können auch eine Archivreise besser planen.
Der Verein für Computergenealogie hat ein genealogisches Ortsverzeichnis zusammengestellt, in dem auch die kirchliche Zugehörigkeit der Orte verzeichnet ist. Man weiß also sehr schnell, an welches Pfarramt man sich bei seinen Nachforschungen wenden muss.
Da wir sehr viele Anfragen zu Familienforschung in Westpreußen erhalten haben, möchten wir auf die Webseite von Hans-Jürgen Wolf besonders hinweisen, die viele hilfreiche Informationen zur regionalen Forschung bereithält.
Personen
Das berühmte genealogische Archiv der "Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage", auch "Mormonen" genannt, ist ein Muss für jeden Familienforscher: Daten von rund zwei Milliarden Menschen sind bisher erfasst und sind weitgehend frei zugänglich.
Die Homepage "Shoa.de – Zukunft braucht Erinnerung" enthält unter "Personalrecherchen" eine Sammlung der wichtigsten Suchdienste für Vermisste aus den beiden Weltkriegen. Darunter ist auch die "Deutsche Dienststelle für die Benachrichtigung der nächsten Angehörigen von Gefallenen der ehemaligen deutschen Wehrmacht (WASt)" mit einem riesigen Bestand an Unterlagen aus der Zeit der beiden Weltkriege. Auf der Homepage sind die Recherchemöglichkeiten übersichtlich erklärt und man direkt einen kostenpflichtigen Suchantrag via Email abschicken.
- familysearch.org: "Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage"
- Shoa.de – "Zukunft braucht Erinnerung"
- WASt
Daten
Das wohl umfassendste nicht-kommerzielle Portal in Sachen Familienforschung ist das "GenWiki" des Vereins für Computergenealogie. Das Angebot reicht von diversen Lexika (z.B. zu alten Münzen und Maße, historischen Krankheitsbezeichnungen oder Berufen, die keiner mehr kennt) über Verzeichnisse von regionalen Arbeitsgruppen bis hin zu nationalen und internationalen Datenbanken. Eine äußerst kooperative Genealogie-Community tauscht sich hier per Mailinglisten über praktische Probleme, Termine und laufende Recherchen aus.
Eine sehr gut gegliederte, weltweite Sammlung historischer und genealogischer Internetquellen ist "The WorldGenWeb Project". Das deutsche genealogische Web-Verzeichnis "Ahnenforschung.Net" bietet neben gut sortierten Links und reichem Informationsmaterial (unter "Wissen") auch eine Plattform für die Kommunikation zwischen Genealogen im Internet; darin gibt es auch eine kostenlose Aufnahme von genealogischen Suchanzeigen. Eine der größten Linkseiten weltweit ist "Cyndi’s List".
Zeit
Jede Familienforschung ist auch eine Reise in die Zeit. Aber die Berechnung der Zeit ist etwas sehr Kompliziertes. Und sie ist nicht immer gleich. Das Frankreich der Revolution zum Beispiel hatte eine eigene Zeitrechnung und auch der gregorianische Kalender, den wir heute in Europa haben, wurde nicht in allen Ländern gleichzeitig eingeführt. Bei seiner Einführung wurden außerdem zehn Tage gestrichen – auf Donnerstag, den 4. Oktober 1582, folgt darum direkt Freitag, der 15. Oktober. Mehr zu diesen und anderen Zeitberechnungen findet sich in der "Virtual Library" unter "Chronologie".
Zum Teil sehr amüsante Kalenderumrechnungen sind bei "Ortelius" zu finden. Man beachte dort vor allem den "OF" Kalender, mit dem sich ein spielerischer, wenn auch unüblicher Einstieg in das Thema machen lässt.
Sehr nützlich ist auch die "Weltzeituhr", eine Homepage, die einem viele Rechenwege abnimmt. Dort gibt es auch die Berechnung von Wochentagen. Ein Datum bekommt einen anderen Informationswert, wenn der Wochentag mitbetrachtet wird. Gewöhnlich wird zum Beispiel am Sonntag getauft. Sollte dies mal nicht so gewesen sein, muss man aufhorchen und sich fragen, warum. Viele private Briefe wurden übrigens Samstags oder Sonntags geschrieben, auch das hat seinen Grund.
Und wer neben der Zeit auch noch anderes berechnen und umrechnen möchte, dem sei "Umrechnung.org" empfohlen. Dort kann man sogar seine Körperoberfläche berechnen lassen.
Für Fortgeschrittene
Waren Sie schon selbst auf Spurensuche? Sie haben Informationen oder Dokumente zu Personen gesammelt, sind aber an einem toten Punkt angelangt? Wenn Sie mehr erfahren möchten, aber alleine nicht weiterkommen, dann empfehlen wir eine Kontaktaufnahme mit dem Team des Instituts für Personengeschichte (IPG) in Bensheim:
Das IPG ist auch wissenschaftlicher Berater für unsere Dokumentarreihe "Die Spurensucher". Es verfügt über wertvolle Archiv-, Bibliotheks- und Datenbestände zur Personengeschichte Deutschlands und Europas vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Dank seiner Kooperationen und Verbindungen mit Fachorganisationen des In- und Auslandes kann es auch dort mit Rat und Tat helfen, wo die individuelle Spurensuche versandet. Ebenso können Sie in Bensheim Ihr Forschungsmaterial abgeben. Hier wird es sachgerecht verwahrt und für die Forschung erschlossen. Mit dem Ausbau der Institutssammlungen werden zugleich die Chancen auf Antworten bei künftigen Recherchen gesteigert. Auch bei sensiblen Dokumenten garantiert das Institut eine fachgerechte Konservierung und Betreuung. Als wissenschaftliches Institut ist das IPG eine anerkannt gemeinnützige Einrichtung und verfolgt keine kommerziellen Ziele. Gebührenpflichtige Leistungen richten sich an den allgemeinen Sätzen staatlicher Archive und Bibliotheken aus.






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