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The Bamboo Orchestra with Wilmouth Houdini "Poor but Ambitious"Christoph Wagner machte sich in Amerika auf die Suche nach ganz speziellen Schellackplatten, nämlich nach denen von und mit Emigranten. In Rockford Illinois barg er schließlich in einem Hinterraum eines Plattenladens seinen Schatz, bestehend aus unzähligen Sammlungen ehemaliger Aussiedler. Zwischen 1800 und 1914 machten sich fast 50 Millionen Menschen aus Europa auf den Weg nach Amerika. In der Neuen Heimat angelangt, bevölkerten die ethnischen Gruppen ganze Stadtteile und prägten das kulturelle Leben, wobei die Musik eine besondere Rolle spielte. Denn die bekannten Melodien und Texte linderten das Heimweh und gaben Rückhalt, in dem schnelllebigen und rasanten Amerika. Die großen Schallplattenfirmen reagierten zügig auf den neuen Absatzmarkt und produzierten zwischen 1910 und 1940 zielgruppengerecht für mehr als 20 verschiedene Einwanderergruppen, vor allem für Deutsche, Polen, Iren und Italiener. Der Musikethnologe Wagner hat für „Stranded in the USA“ 26 Beispiele von unterschiedlichen ethnischen Gruppen zusammengestellt, deren Texte von dem Abenteuer Emigration und von der guten alten Heimat handeln. Der Sampler ist ein kunterbuntes Kaleidoskop der europäischen Musikkulturen und offenbart die unbändige Sehnsucht einer neuen Nation nach ihren zurückgelassenen Wurzeln. Aber was noch viel interessanter ist, Wagner legt eine der vielen Urquellen der amerikanischen Musiklandschaft offen, der man sich gar nicht mehr so bewusst ist, nämlich Europa.
Matthias Schneider
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„Stranded in the USA. Early Songs of Emmigration“
Trikont / Indigo
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