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Dienstag, 30. Mai 2006 um 22.45 Uhr - 29/05/06

Straße der Freuden

Die Leitung eines Behindertenheims ist schockiert, als ausgerechnet die Nervensäge René, ein schwer körperlich Behinderter, einen Wunsch äußert, den noch keiner der Patienten gewagt hat. Nur Julie, die Neue in der Gruppe der Betreuer, scheint Verständnis für ihn zu haben...

Ein Heim für Körperbehinderte an der Route Nationale 7, in der Nähe von Toulon: René Amistadi ist um die 50, fettleibig und leidet an Myopathie, einer degenerativen Muskelerkrankung. Keiner im Heim kann ihn ausstehen, weil er alle terrorisiert. Da ist es kein Wunder, dass die neue Betreuerin Julie ausgerechnet für ihn verantwortlich ist. Renés Boshaftigkeit bröckelt angesichts ihrer Naivität und Aufrichtigkeit, und er, der sich noch nie jemandem gegenüber geöffnet hat, vertraut ihr seinen sehnlichsten Wunsch an: Wenigstens einmal möchte er noch mit einer Frau schlafen, bevor es wegen seiner fortschreitenden Krankheit endgültig zu spät ist.
Und Julie wird plötzlich die Mutigste unter den Mutigen. Mit der Courage, die allein den zutiefst Schüchternen eigen ist, macht sie sich auf die Suche nach einer geeigneten Prostituierten, die in den Campingwagen an der N7 ihrem Geschäft nachgehen. René wird durch seine regelmäßigen "Besuche" bei Madame Florelle ein neuer Mensch, zugänglich und offen. Seine Mitbewohner, denen er den Grund für seine Metamorphose nicht verrät, machen sich daran, herauszufinden, was passiert ist, und stoßen auf den Grund seiner wiederholten mysteriösen Abwesenheiten. Umso schlimmer für die Heuchler, die die Sache lieber geheim gehalten hätten...

"Straße der Freuden" gehört zu der von ARTE produzierten siebenteiligen Reihe "Digitale Blicke". Die Filme dieser Reihe wurden mit kleinen, digitalen Kameras produziert, die Regisseuren wie Jean-Pierre Sinapi, Claude Miller, Olivier Py, Brigitte Rouän, Emanuelle Bercot und Daniel Levy erlaubten, in größerer Freiheit zu drehen.

"Straße der Freude" wurde mit großem Erfolg auf den internationalen Filmfestspielen Berlin 2000 gezeigt und mit dem Panorama-Publikumspreis ausgezeichnet. Außerdem fand der Film eine besondere Erwähnung bei der Verleihung des Manfred-Salzgeber-Preises. Jean-Pierre Sinapi realisierte danach "Vivre me tue" (2002) und "Camping à la ferme".

Olivier Gourmet, der den frustrierten Behinderten René mit großer Überzeugungskraft verkörpert, hat sich insbesondere in den Filmen der Brüder Dardenne "Das Versprechen", "Rosetta" und "Der Sohn" einen Namen gemacht.


Straße der Freuden
(Nationale 7)
Fernsehfilm, Frankreich 1999, ARTE F
Regie: Jean-Pierre Sinapi
Mit: Nadia Kaci (Julie), Olivier Gourmet (René), Lionel Abelanski (Roland), Chantal Neuwirth (Sandrine), Saïd Taghmaoui (Rabah), Gérald Thomassin (Jean-Louis), Julien Boisselier (Psychologe), Nadine Marcovici (Florèle), François Sinapi (Vater Gilbert), Jean-Claude Frissung (Direktor), Isabelle Mazin (Solange), Jacques Bondoux (Christian), Franck Desmaroux (François), Stéphane Sinquin (Jean-Charles), Karine Leparquier (Cécile), Nicolas Lecuyot (Fabrice), Manuela Gourary (Prostituierte)
Drehbuch: Anne Marie Catois, Jean-Pierre Sinapi
Kamera: Jean-Paul Meurisse
Kostueme: Valérie Denieul
Schnitt: Catherine Schwarz
Ausstattung: Erminia Sinapi
Produzent: Jacques Fansten

Erstellt: 29-05-06
Letzte Änderung: 29-05-06