
(Stummfilm, Italien, Frankreich, 1913, 77mn)
ARTE F
Regie: Luigi Maggi, Marcel Fabre
Kamera: Ottavio de Matteis
Musik: Serge Bromberg
Darsteller: Alfredo Bertone, Filippo Castamagna, Marcel Fabre (Saturnino Farandola), Nilde Baracchi (Mysora)
Autor: Guido Volante, nach einem Roman von Albert Robida
Vertreiber: Lobster Films
Produktion: Sociéta Anonima Ambrosio, Turin
Produzent: Arturo Ambrosio

"Die außergewöhnlichen Abenteuer des Saturnino Farandola" erzählte ursprünglich in 18 Episoden von 20 Minuten mehrere Abenteuer. Der vorliegende Film vereint die erhaltenen vier Episoden.
"Die Affeninsel" erzählt die Kindheit und Ausbildung von Saturnino: Durch einen Schiffbruch zum Waisen geworden, wächst er bei Orang-Utans auf und nimmt ihre Gewandtheit an. Mit 17 Jahren wird er von einer Schiffsmannschaft aufgenommen und erhält eine Ausbildung zum Matrosen. So kann er gegen Piraten kämpfen, muss aber auch seine Geliebte Mysora aus dem Bauch eines Wals befreien.
Dann ist Saturnino in Indonesien "Auf der Suche nach dem Weißen Elefanten", den der König von Siam vermisst. Er kämpft mit Mysora gegen ein Heer von Amazonen und kann schließlich den Elefanten wohlbehalten zurückgeben.
Anschließend muss er die Prinzessin Makalolo befreien. Dafür streift er in einen stacheligen Tropenanzug gekleidet durch den Dschungel und redet in Affensprache mit den Gorillas, die sie gefangen halten.
Die letzte Episode erzählt den Kampf Saturninos gegen Phileas Fogg, bei dem auch zahlreiche Indianer eine Rolle spielen und der in einer spektakulären Verfolgungsjagd zwischen Heißluftballons endet.
Drehbuch nach einem Roman von Albert Robida
Albert Robida (1848-1926) veröffentlicht 1879 ein Pastiche und zugleich eine Parodie der Romane Jules Vernes: "Voyages très extraordinaires de Saturnin Farandoul (dans les 5 ou 6 parties du monde et dans tous les pays connus et même inconnus de M. Jules Verne)". Darin kommen unter anderem Vernes Figuren Phileas Fogg, Kapitän Nemo und Michel Strogoff vor. Arturo Ambrosio, Direktor des Filmstudios Ambrosio, ist begeistert und lässt den Stoff von Marcel Fabre verfilmen. Marcel Fabre (1885-1927), mit spanischem Namen Marcel Fernandez Perez, hat eine Zirkusausbildung und ist Clown und Schauspieler. In "Die außergewöhnlichen Abenteuer des Saturnino Farandola" verkörpert er selbst eindrucksvoll die Hauptrolle. Gemeinsam mit ihm führte Luigi Maggi (1867-1946) Regie, der sich mit "Die letzten Tage von Pompeii" (1908), produziert vom selben Studio, bereits einen Namen gemacht hatte. Er war für die Trickaufnahmen und das Szenenbild zuständig.
"Die außergewöhnlichen Abenteuer des Saturnino Farandola" zeigt in wunderschönen Bildern die fantastischen Welten Jules Vernes, wie sie Albert Robidas in seinem eigenen Roman verarbeitet hat: Der Zuschauer wird in die Unterwasserwelt, zu den Indianern und nach Asien entführt, und auch Ballonfahrten gehören zum Programm. Durch die Viragen in Grün, Gelb, Sepia und Blau wirkt der Film wie ein Zauberstück. Die vorliegende Fassung ist von Lobster Film, Serge Bromberg, restauriert und mit einer neu komponierten Musik versehen. ARTE zeigt den Film, der am 25. November 1913 seine Premiere erlebte, in deutscher Erstausstrahlung.






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