Arte Journal - 09. April 2010 - 13/04/10
Südafrika: Zum Abschied den Hitlergruß
Einige Tausende Anhänger des rechtsextremen Burenführers Eugene Terreblanche haben in Südafrika Abschied genommen von dem Toten. Der Anführer der „Afrikaner Weerstandsbeweging“ war am Samstag nach einem Streit um ausstehende Löhne von zwei schwarzen Angestellten offenbar zu Tode geprügelt worden. Zwei junge Männer stehen unter Mordverdacht.
In der Kirche hatten nur wenige Platz, so dass die meisten Anhänger des Rechtsextremen Terreblanche vor dem Gebäude auf Monitoren die Trauerfeier verfolgten. Der Sarg war mit der weiß-roten Flagge des AWB bedeckt – das Triskele-Zeichen darauf erinnert stark an ein Hakenkreuz.
Vielfach stimmten die Trauergäste die Hymne des Apartheidsregime an.
Eugene Terreblanche kämpfte in den 1990er-Jahren gegen die Abschaffung der Apartheid – der Rassentrennung. Anschläge und Gewalt gehörten zu den Methoden der Gruppe. Schon sein Name Terre'Blanche - weiße Erde - war in einem Land wie Südafrika die reinste Provokation.
Zuletzt setze er sich für die Schaffung von „weißen“ Enklaven ein, in denen Schwarze nur als Gastarbeiter zugelassen werden sollten.
Bei der Trauerfeier forderte der AWB-Generalsekretär Andre Visagie verstärkten Polizeischutz für schwarze Farmer. 3000 seien in den vergangenen 14 Jahren umgebracht worden. Die Sicherheitsbehörden Südafrika nennen wesentlich niedrigere Zahlen. Man wolle zwar friedliche Verhandlungen mit der Regeriung, sagte Visagie weiter, wenn diese aber scheitern sollten, sei „Gewalt die allerletze Option“.
Nach dem Mord an Terreblanche ging die Angst um in Südafrika das jetzt so kurz vor der Fußball-WM neue Rassenunruhen ausbrechen könnten. Bei der Beerdigung blieb es friedlich. Aber auch 16 Jahre nach Ende der Apartheid ist der Rassismus im Land längst noch nicht von gestern.
Erstellt: 09-04-10
Letzte Änderung: 13-04-10