Schriftgröße: + -
Home > Film erleben > Trash-Filme > Trash-Filme > Supervixens

04/04/06

Supervixens

Donnerstag, 6. April 2006 um 00.25 Uhr



Clint wird von seiner sexbesessenen und eifersüchtigen Freundin SuperAngel tyrannisiert, bis er die Kontrolle verliert und sie verprügelt. Da macht sich Angel an den psychopathischen Polizisten Harry heran, der ihre Sexsucht auch nicht befriedigen kann und sie schließlich kaltblütig ermordet. Doch die Tat wird Clint in die Schuhe geschoben. Der hat auf seiner Flucht noch mit einer ganzen Reihe nymphomanischer Frauen und brutaler Männer zu kämpfen - bis es schließlich zum erbitterten Zweikampf zwischen Clint und Harry kommt.

Weitere Artikel zum Thema

USA 1975, 105 Min.
Regie, Buch, Kamera: Russ Meyer; Musik: Danny Darst, William Loose, Johann Strauß, Aleksandr Borodin; Schnitt Russ Meyer, Richard Serly
Mit: Shari Eubank, Charles Napier, Charles Pitt, Uschi Digard, Henry Rowland, Christy Hartburg, u.a.

Clint arbeitet in "Martin Bormanns Super Service", einer Autowerkstatt, in der eine ganze Menge höchst attraktiver Frauen ein- und ausgehen. Auf die ist Clints sexbesessene Freundin SuperAngel rasend eifersüchtig, besonders die Porschefahrerin SuperLorna treibt sie auf die Palme. Clint kann die Ausbrüche seiner Freundin nicht länger ertragen und verprügelt SuperAngel. Die macht sich, als der Polizist Harry eingreift und die Situation schlichtet, sofort an ihren neuen Helden heran. Doch der impotente und psychopatische Harry kann Angels nymphomanische Lüste erst recht nicht befriedigen. Als sie ihn daraufhin verspottet, bringt der Polizist sie kaltblütig in der Badewanne um. Der Mord wird allerdings Clint in die Schuhe geschoben, der augenblicklich die Flucht ergreift. Es beginnt eine Odyssee, in deren Verlauf Clint sich gegen nymphomanische Frauen und brutale Männer zur Wehr setzen muss, bis ihm plötzlich seine Traumfrau über den Weg läuft. Die sieht SuperAngel zum Verwechseln ähnlich, ist aber viel netter. Alles scheint einem wunderbaren Happyend entgegenzueilen, wenn da nicht Harry wäre, der seinen Gegner Clint immer noch nicht vergessen hat.

Kultregisseur Russ Meyer, Pionier und Revolutionär des Sexfilms, erschuf mit "Supervixens" den zweiten Teil seiner Vixen-Reihe, deren Grundstein er 1968 mit "Vixen!" gelegt hatte und auf den 1979 "Beneath the Valley of the Ultra-Vixens - Im tiefen Tal der Superhexen" folgte. Die Story über einen jungen Mann auf der Flucht vor der Polizei nach Westen diente Meyer in erster Linie dazu, die sexuellen Sehnsüchte seiner Zuschauer zu verspotten, indem er sie ihnen - gewaltig übertrieben und bösartig zugespitzt - auf der Leinwand präsentierte: Sex und Sadismus in Reinkultur, auf bissige Weise vorgeführt. Sein Film ist gespickt mit Querverweisen und Zitaten auf Kinogeschichte, vom James-Bond-Film bis zum Italo-Western, von Federico Fellini bis Andy Warhol. In interessantem Kontrast zum nackten Fleisch und Lustgeschrei steht die Musik des Films: Klassische Märsche, Wiener Walzer und der republikanische Schlachtgesang der Amerikaner "Battle Hymn of the Republic" dienen zur Illustrierung der Szenen, die ebenso fantastisch übertrieben wirkt wie die Oberweiten von Meyers Darstellerinnen. Deren voluminöser Oberbau entsprach einer persönlichen Vorliebe, die der Regisseur bis ins hohe Alter pflegte, wie er Mitte der 90er Jahre selbst in einem Interview unterstrich: "Sex gibt mir nichts, wenn die Frau keinen großen Busen hat. Da spiele ich lieber Karten, lese ein Buch oder studiere Astrologie. Es darf niemand die Bedeutung dieser großen Busen unterschätzen. Wenn ich gewöhnliche Schauspielerinnen genommen hätte, würde man heute über keinen meiner Filme mehr sprechen. Mit Audrey Hepburn als Star hätte ich wohl nie eine Chance gehabt." Meyers Filme lösten in den 60er Jahren in den USA eine Welle der so genannten Sexploitation-Movies aus, die heute als Softcore bezeichnet werden: Russ Meyer legte von Anfang an Wert darauf, zwischen Sex- und Pornofilm zu unterschieden und betonte, seine mit Erotik gespickten Filme auch für ein weibliches Publikum zu produzieren. 1959 durfte Meyer in "Der unmoralische Mr. Teas" erstmals in der Geschichte der amerikanischen Filmindustrie unzensiert nackte Frauen zeigen. 1964 leistete er mit "Lorna - Zuviel für einen Mann" Pionierarbeit, als er Sexszenen mit einer durchgehenden Handlung verband - eine Vorreiterstellung, die Russ Meyer den verdienten Titel "Altmeister der Riesenbusen" eingebracht hat.

Erstellt: 24-02-06
Letzte Änderung: 04-04-06