Viking Eggelings "Symphonie Diagonale" ist eine Filmkomposition wiederkehrender bewegter Lichtstreifen, Linien und Diagonalen. Gedreht in Einzelbildern erinnert dieser Film an bewegte Malerei, deren Formen mit Lineal und Zirkel entstanden ist. Was die Malerei nicht erreichen kann - zeitliche Verläufe und Veränderungen geometrischer Figuren direkt darzustellen - gelingt dem Regisseur, der selbst die Uraufführung seines Films nicht erlebte, in imposanter Weise: Ein mobiles Gemälde.
Der RegisseurViking Eggeling (1880 - 1925) verlässt mit 17 Jahren das väterliche Musikgeschäft und zieht von Schweden nach Deutschland. Später arbeitet er als freischaffender Künstler in Paris, während des Ersten Weltkrieges als Zeichenlehrer in der Schweiz. Er macht erste Entwürfe für Bildrollen und kommt in Kontakt mit den Dadaisten, bei deren Soireen er Gastvorträge hält. Er arbeitet an einer Methode der Malerei, die der des Kontrapunktes in der Musik vergleichbar ist ("Generalbass der Malerei"). Es kommt zu einer Zusammenarbeit mit Hans Richter, dessen Werk er stark beeinflusst. 1920 unternimmt er erste Filmversuche mit Hans Richter, unter anderem zu "Horizontal-Vertikal Orchester". 1921 geht er nach Berlin. Aus Eggelings zweitem Rollenbild "Diagonal-Symphonie" entsteht sein erster kompletter Film.
Kurzbiographie des Komponisten
Olga Neuwirth, 1968 in Graz geboren, studierte Musik, Komposition und Malerei in Wien, San Francisco und Paris. Ihre Abschlussarbeit schrieb sie zum Thema "Über den Einsatz von Filmmusik in 'L'amour à mort' von Alain Resnais". 1999 erhielt sie den Förderpreis der Ernst von Siemens-Stiftung, München; Hindemith-Preis des Schleswig-Holstein-Musik-Festivals. Zwischen 2002 und 2005 entstanden verschiedene Theater- und Filmmusiken (zuletzt: "erik(A)"); außerdem hielt sie diverse Porträtkonzerte im In- und Ausland. Im Jahr 2006 wurde Olga Neuwirth zum Mitglied der Akademie der Künste Berlin gewählt.






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