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31/03/08

TV-Programm

Vor dem Hintergrund der anhaltenden Unruhen in Tibet zeigt ARTE zwei Dokumentationen und den Themenabend "Tibet – Blutiger Frühling".

Wenige Monate vor dem Beginn der Olympischen Spiele in Peking demonstrieren Mönche in der tibetischen Hauptstadt Lhasa gegen die chinesische Fremdherrschaft. Den Kundgebungen schließen sich schnell vor allem viele tibetische Jugendliche an. Auch in den an die sogenannte Autonome Region Tibet angrenzenden Provinzen Sichuan, Gansu, Yunan und Qinghai gehen die Menschen auf Straße. Es kommt zu gewalttätigen Ausschreitungen von Seiten der Demonstranten. In Lhasa werden chinesische Geschäfte geplündert, Autos brennen. Die chinesische Militärpolizei reagiert mit dem mutmaßlich größten Massaker seit der blutigen Niederschlagung der Studentenrevolte auf dem Tiananmen-Platz in Peking vor 19 Jahren. Die Gewalt eskaliert. Panzer fahren auf, Massenverhaftungen finden statt. Ausländische Besucher und Journalisten werden des Landes verwiesen, Mobilfunk- und Internetverbindungen auf dem Dach der Welt sind gekappt. Tibet ist von der Außenwelt abgeriegelt. Wer wird über die Wahrheit der Vorgänge berichten? Jedenfalls weder die staatlich zensierten Medien in China noch die freien westlichen. Von offizieller chinesischer Seite werden 19 Todesopfer gemeldet, davon 18 Zivilisten. Die tibetische Exilregierung meldet 99 Todesopfer. Unabhängige Bestätigungen für diese Zahlen gibt es nicht.

Chinas Premier Wen Jiabao macht den Dalai Lama persönlich für den blutigen Aufstand verantwortlich, beschimpft ihn als "Spalter der Nation", als einen "Wolf in Mönchskutte". Der Dalai Lama wirft der chinesischen Regierung einen "kulturellen Völkermord" vor. Der Dialog zwischen dem Dalai Lama und der chinesischen Regierung scheint ferner denn je.
Während die internationale Öffentlichkeit über einen möglichen Olympia-Boykott diskutiert, droht das geistige Oberhaupt der Tibeter im indischen Exil in Dharamsala mit seinem Rücktritt als Regierungschef der Exilregierung, sollten die gewaltsamen Proteste der Tibeter außer Kontrolle geraten. Der Dalai Lama ruft seine Landsleute nachdrücklich zu Zurückhaltung auf. Gleichzeitig wird die Kritik an der Haltung des Dalai Lama auf tibetischer Seite immer lauter. Gewalt ist für die revoltierenden jungen Tibeter kein Tabu mehr im Kampf für ihre Rechte. Zwischen den tibetischen Mönchen und diesen Jugendlichen liegen Welten. Aus beiden nährt sich die Revolte. Wohin kann sie führen bei so unterschiedlichen Interessen?


  • Dienstag, 1. April, ab 21.00 Uhr: Themenabend "Tibet - Blutiger Frühling"

    21.00 Uhr: Tibet – Geschichte einer Tragödie
    Die Dokumentation schildert die jüngere Geschichte Tibets und das Leid der tibetischen Bevölkerung.
    Programminformationen


    21.55 Uhr: Gesprächsrunde

    Gäste:

    Kelsang Gyaltsen
    Gesandter S.H. des Dalai Lama für die Europäische Union

    Eva Lichtenberger
    Europaabgeordnete, Stv. Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN
    Vize-Präsidentin der Tibet-Intergroup im Europäischen Parlament

    Véronique Niquet
    Asienexpertin, Französisches Institut für internationale Beziehungen (Ifri)

    Joachim Holtz
    Journalist, Autor, langjähriger Leiter des ZDF-Studios Peking



    Außerdem:

  • Dienstag, 1. April, 11.40 Uhr
    Mit offenen Karten: Lhasa
    Programminformationen


  • Samstag 29. März, 15.40 Uhr
    Ein Leben für Tibet - der XIV. Dalai Lama
    Programminformationen

Erstellt: 27-03-08
Letzte Änderung: 31-03-08