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Tears of the Black Tiger
Mittwoch, 14. Juni 2006 um 22:50 - VPS : 22.45
Spielfilm, Thailand 2000, ZDF
Regie: Wisit Sasanatieng, Drehbuch: Wisit Sasanatieng, Wisit Sasanatieng, Kamera: Nattawut Kittikhun, Musik: Amornbhong Methakunavudh, Schnitt: Dusanee Puinongpho, Produktion: Five Star Production Co. Ltd, Produzent: Nonzee Nimibutr
Chartchai Ngamsan (Black Tiger), Suwinit Panjamawat (Dum), Stella Malucchi (Rumpoey), Supakorn Kitsuwon (Mahesuan), Arawat Ruangvuth (Captain Kumjorn), Sombat Metanee (Fai), Pairoj Jaisingha (Phya Prasit), Naiyana Sheewanun (Rumpoeys Dienstmädchen), Kanchit Kwanpracha (Kamnan Dua), Chamloen Sridang (Sergeant Yam)
Das Schicksal hat Dum, den armen Bauernjungen vom Land, und Rumpoey, die reiche Senatorentochter aus der Stadt, zusammengeführt. Doch die Liebe der Teenager findet ein abruptes Ende als Rumpoey bei einer Bootsfahrt mit Dum beinahe ums Leben kommt. Als sie sich neun Jahre später an der Universität wieder begegnen, hat ihre Liebe nichts von ihrer Kraft eingebüßt. Da Rumpoey aber nach dem Willen ihrer Familie in der vornehmen Gesellschaft eine Rolle spielen soll, wahrt Dum schüchtern Distanz.
Auch wenn die beiden sich füreinander bestimmt fühlen - das Schicksal führt sie wieder auseinander. Denn als sein Vater von Banditen ermordet wird, schließt Dum sich einer Gangsterbande an, um Rache zu üben. Schnell werden die Kriminellen zu seiner Ersatzfamilie und Dum, als bester Schütze der Bande, zur rechten Hand des Anführers. Rumpoey hingegen soll nach dem Willen ihres Vaters mit einem jungen, ehrgeizigen Polizisten verheiratet werden. Und der hat sich ausgerechnet dem Kampf gegen Dums Gangsterbande verschrieben...
In "Tears of the Black Tiger" ist der Himmel türkis und das Universitätsgebäude pink. Die reitenden Thai-Revolverhelden schmachten in die Kamera während Retro-Thaipop-Lieder von ihrer verzweifelten Liebe und Einsamkeit erzählen. Die Gangster haben aufgeklebte 40er-Jahre-Bärtchen und lachen fies, bevor sie zur Panzerfaust greifen, um ihre Gegner niederzumähen. Kurz: Der Film hat sich einer bewussten Künstlichkeit verschrieben, nimmt sich selbst nur bedingt ernst und greift freimütig in die Motivkiste von klassischen Thai-Melodramen, 50er Jahre-Musicals, Splatterfilmen und Italo-Western, um daraus etwas ganz Eigenes zu machen: Eine bonbonbunte Genre-Mischung, die sich auf dem schmalen Grad zwischen Parodie und Huldigung bewegt. Regisseur und Autor Wisit Sasanatieng nimmt mit Vergnügen filmische Klischees in Kauf und feiert, was für ihn das Wesentliche ausmacht: Den unvergleichlichen Look seines Films.
Bild für Bild hat er "Tears of the Black Tiger" digital nachkoloriert und dafür gesorgt, dass die gesamte Farbpalette in seinen Film Einzug hält. Als skurriler Kultfilm, der vor allem auch ein Monument eines verschlungenen Kulturtransfers zwischen Amerika, Asien und Europa ist, war "Tears of the Black Tiger" auf vielen internationalen Kinofestivals vertreten, wo er zahlreiche Nominierungen und Preise erhielt.
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