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Venedig 2005 - Offizieller Wettbewerb - 07/09/05

The Brothers Grimm

Ein Film von Terry Giliam


Nach dem vermasselten "Don Quichotte", der das Tageslicht nicht zu erblicken vermochte, kehrt der einfallsreiche Terry Gilliam zurück, leider durch eine unbeständige Produktion benachteiligt.

(USA, 2005, 119Min.)
Mit Matt Damon, Heath Ledger, Peter Stormare et Monica Bellucci…

Synopsis: Anfang des 19. Jahrhunderts waren die Gebrüder Grimm dafür bekannt, böse Geister und die schrecklichsten Kreaturen, die ihr Unwesen in abgelegenen Dörfern trieben erfolgreich zu bekämpfen. In Wirklichkeit sind sie jedoch Hochstapler, die die Urängste der Dorfbewohner ausnutzten, um an deren Geld zu kommen.
Das Glück auf ihrer Seite wird das Duo vom napoleonischen Heer aufgefordert, sich nach Marbaden in Deutschland zu begeben, um dort einer Hexerei entgegenzuwirken, die dem napoleonischen Siegeszug im Wege steht. Dort wird den beiden klar, dass der Fluch im düsteren Marbadener Wald echt ist, und dass ihre einfachen Tricks in diesem Fall nichts bewirken...

Der Trailer zum Film

Kritik: Der Ausgangspunkt des neuen Films von Terry Gilliam, der endlich nach einer siebenjährigen Abwesenheit (und dem schmerzhaften Debakel von seinem nie zustande gekommenen Don Quichotte) zurück ist, wirkt durchaus verlockend. Zwar als Erzähler sehr berühmt geworden, sind Will und Jacob Grimm vor allem reine Hochstapler. Sie benutzen ihre Taschenspielertricks, der eine um Frauen kurzfristig zu verführen (Matt Damon natürlich...), und der andere um ein Manuskript zu verfassen, das den Rahmen jener Erzählungen bildet, die aus der Vergangenheit bis heute ihren Weg gefunden haben (Heath Ledger, erneut in einer verkehrten Rolle).

Der Film kommt einem teilweise wie eine Komödie vor, die ständig zwischen bissigem Humor und einer fantastischen Schwärmerei schwankt. Terry Gilliam ist voller Sehnsucht und er hat durchaus recht, nicht vernünftigt sein zu wollen. Aber nur Wenige sind in der Lage ihm zu folgen, so auch sein Drehbuchautor nicht, der eine unausgeglichene und zusammenhangslose Geschichte verfasst hat.

Welchen Charakter hätte man dieser Produktion verleihen sollen? Eine reine Unterhaltung für Kinder? Ein humoristisches Märchen oder ein Epos? Das amerikanische Team, das für den Verleih und das Marketing verantwortlich war, konnte sich scheinbar nicht so recht für das eine oder das andere entscheiden. Die Produktionskonflikte, die die einjährige Verspätung verursacht haben, sind leider auf der Leinwand zu erkennen. Selbst die Schauspieler, die offensichtlich durch so viel Unentschlossenheit gestört wurden, spielen nie im gleichen Tempo und finden nur selten den passenden Rhythmus, der die vielen von Gilliam ausgedachten Gags hätte zur Geltung bringen können.

Terry Gilliam vermag es dennoch, sich durchzusetzen. Indem er wunderbare Studiodekors verwendet, die an jene von Tim Burtons Sleepy Hollow erinnern, erweist er sich erneut als phantasievoller Regisseur mit einem ausgeprägtem Sinn für Ästhetik. Terry Gilliam, der im Vergeleich zu Tim Burton doch einfallsreicher, aber in der erbarmungslosen Welt von Hollywood weniger gerissen vorkommt, gelingt daher nur bedingt das Comeback.

Julien Welter


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Die Gebrüder Grimm
Ein Film von Terry Giliam
(USA, 2005, 119Min.)
Mit Matt Damon, Heath Ledger, Peter Stormare et Monica Bellucci…
Venedig 2005 - Offizieller Wettbewerb

Erstellt: 30-08-05
Letzte Änderung: 07-09-05