Lena und Minya - die Großtante und die Großmutter der Filme-macherin - leben in Jerusalem. Sie gehören der "Mount Herzl Academy" an, einer Gruppe alter Leute, die sich im Sommer jeden Samstag auf dem Mount-Herzl-Friedhof trifft, um über Gott und die Welt zu dis-
kutieren oder Gedichte zu lesen. Anschließend picknicken sie gemeinsam im Schatten eines großen alten Baumes.
Bei den Versammlungen der alten Menschen im Schatten der Gräber der Helden Israels wird deutlich, wie sie durch Vereinbarungen und Rituale, Streitgespräche und gemein-same Mahlzeiten der Verein-
samung im Alter entfliehen wollen. Zukünftig werden die Treffen in einem Altersheim stattfinden, wo viele der Mitglieder der "Mount Herzl Academy" nun wohnen.
Mit viel Taktgefühl berührt Filmemacherin Tali Shemesh in ihrer Dokumentation auch das Thema Tod, sowohl den Tod von Clubmitgliedern, als auch im weiteren Sinne das Verschwinden einer ganzen Generation. Denn die alten Männer und Frauen gehören zu den letzten Zeitzeugen der Judenvernichtung in Europa und der Gründung Israels. Sie haben furchtbare Tragödien erlebt und große Hoffnungen gehegt, und sie haben sich bis ins hohe Alter Würde und Entschlossenheit bewahrt.
Über einen Zeitraum von fünf Jahren gedreht, zeigt der Dokumentarfilm abwechselnd die Zusammenkünfte der "Mount Herzl Academy" und die Begegnungen der Regisseurin Tali Shemesh mit ihrer Großtante Lena und ihrer Großmutter Minya, die zu dieser Gruppe gehören.
"The Cemetery Club" war auf mehreren Festivals zu sehen und gewann verschiedene Preise. Beim Internationalen Dokumentarfilmfestival DocAviv erhielt er den "Mayor of Tel Aviv Award" und den "Best Cinematographer Award" (2006), beim Internationalen Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm eine Goldene Taube (2006) und beim 17. Internationalen Filmfestival "Message to Man" 2007 in Sankt Petersburg wurde er mit dem Preis der Jury ausgezeichnet.Der "film-dienst" schreibt: "Ein zärtliches, subtil humorvolles dokumentarisches Gruppenporträt, das ernste Themen mit einfühlsamer Anteilnahme aufgreift und einen zugleich vergnüglichen Blick auf das Leben und die Würde alter Menschen wirft."
Wiederholung am 18. Mai um 1.10 Uhr und am 23. Mai um 10.00 Uhr
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