Kritik: THE GOOD, THE BAD, THE WEIRD spielt nicht nur im Titel auf Sergio Leones Klassiker THE GOOD, THE BAD AND THE UGLY aus dem Jahre 1966 an, der im Deutschen den furchtbaren Titel ZWEI GLORREICHE HALUNKEN trägt. Der koreanische Regisseur Kim Jee-Won hat sich für seinen Film auch inhaltlich von dem Spaghetti-Western beeinflussen lassen. THE GOOD, THE BAD, THE WEIRD könnte aber auch die koreanische Antwort auf Takashi Miikes SUKIYAKI WESTERN: DJANGO aus dem Jahr 2007 sein. Einem japanischen Western, in dem Quentin Tarantino mitspielt und der als "Japans erster wahrer Western" vermarktet wurde. Vielleicht löst der zweite Film dieser Art eine asiatische Westernwelle aus - das wäre auf jeden Fall spannend anzusehen.
Kim Jee-Won hat Spaß daran, wilde Schlachten und Duelle zu drehen. Liebevoll werden aufwendige Dekorationen gefilmt, wie etwa der riesige Ghost-Market, den der Seltsame zu Beginn des Films besucht. Auch der Zug, den er überfällt, ist bis ins kleinste Detail durchdacht und designt.

Korea 2008, 120 Min.
Regie: Kim Jee-Won
Mit Jung Woo-Sung, Lee Byung-Hun, Song Kang-Ho
Cannes 2008

Das ist entspannend und geradezu therapeutisch, sich einmal nicht auf komplizierte, ineinander verwobene Geschichten mit Rückblenden, Albträumen und komplexen Charakteren einlassen zu müssen, sondern einfach nur dabei zuzuschauen, wie wilde Männer in wilden Gefechten in der Wüste der Mandschurei aufeinandertreffen. Und erfahrungsgemäß wird dabei meist nur ein einziger überleben. Der darf dann in den Horizont reiten. Aber vielleicht ist bei einem Western, der aus Korea kommt, alles anders?
Nana A.T. Rebhan






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