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Kino-News

Schön anzuschauende, aber oberflächliche Verfilmung des Colette-Romans, mit großen Schauspielern, die in schönen Kostümen amüsante Dialoge sprechen.

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Kinostart 15. Juli 2004 - 19/07/04

The Stepford Wives

Dem Original nicht viel Originelles hinzuzufügen


Ein Film von Frank Oz
 
Synopsis: Joanna Eberhart (Nicole Kidman), erfolgreiche Reality-Show-Produzentin, ist mit ihren Nerven am Ende, als sie wegen eines Amok laufenden Opfers einer ihrer Sendungen ihres Postens enthoben wird. Um ihre marode Ehe und ihre Psyche zu retten, schlägt Ehemann Walter (Matthew Broderick) vor, gemeinsam mit den Kindern nach Connecticut umzuziehen – dort, in einem Kondominium namens Stepford, ist alles zu schön, um wahr zu sein – jede Familie wohnt in einem palastartigen Haus, es gibt keine Minderheiten, keine Gewalt und sämtliche weiblichen Einwohner dort sind so wunderschön, anschmiegsam und hausfrauenbrav, dass es an ein Wunder grenzt angesichts ihrer durchweg hässlichen, langweiligen Ehemänner.
 
Nur die chaotische Schriftstellerin Bobbie Markowitz (Bette Midler) und ein schwuler, exzentrischer Klatschreporter ragen aus dem Einheitsgelächle heraus. Bald aber funktionieren auch sie wie angepasste Roboter. Was haben  Stepford-Chef Mike Wellington (Christopher Walken) und seine Ehefrau Claire (Glenn Close) mit der Perfekte-Welt-Idylle zu tun, fragt sich Joanna, deren Sog auch Ehemann Walter immer mehr erliegt?
 
Kritik: Trotz fehlender Schockeffekte und Blutkonserven war er neben „Rosemaries Baby“einer der gruseligsten Horrorfilme der 70er Jahre – „The Stepford Wives“ aus dem Jahr 1975 des ansonsten eher in Vergessenheit geratenen britischen Regisseurs  Bryan Fraser. Katherine Ross zieht da mit ihrem Ehemann Tom Hanks in die perfekte Idylle von Stepford und bekommt angesichts ihrer perfekt funktionierenden Nachbarinnen, die nicht nur grandiose Hausfrauen, sondern auch hörige, allzeit verfügbare Sexdienerinnen ihrer Männer sind, alsbald Minderwertigkeitskomplexe. Als sie dann hinter das Geheimnis einer totalitären Männerverschöwrung kommt, der sich auch ihr Gatte angeschlossen hat, gibt es kein Entrinnen mehr – auch der schönen Widerspenstigen wird im Namen eines chauvinistischen Totalitarismus das Gehirn ausgewechselt.
 
Von dieser bedrohlich echten Schreckensvision aller in der Emanzipation begriffenen Frauen und Männer der 70er Jahre bleibt im Remake von Regisseur Frank Oz im gegenwärtigen Zurück-zu-alten-Werten-Zeitalter kaum noch etwas übrig. Bis auf die Szene, in der einer der prallbusigen, dauerlächelnden Frauenroboter sich bei einer Tanzveranstaltung ein paar Mal zu oft im Kreis gedreht hat und außer Kontrolle gerät. Ansonsten haben die Macher des Remakes eher eine kurzweilige post-feministische Satire, in der Insider-Wortwitze und komödiantische Übertreibungen den Status-Quo des Geschlechterverhältnisses massenkompatibel ausloten.
 
Außer ein paar amüsanten Onelinern und situationskomischen Einsichten zum Thema Konsumgesellschaft, Feminismus und neokonservativem Vorortspießertum hat die Farce dem Original nicht viel Originelles hinzuzufügen. Zuckersüße, jeden Handlungspunkt, ob gefährlich oder wiztig, überdeutlich kommentierende Musik, dazu überdrehte Schauspielleistungen vor allem von Clenn Close bewirken, dass einem mit den ferngesteuerten Stepford Wives das Lachen oder vielmehr Lächeln schnell eingefriert.
 
Martin Rosefeldt
 
Regie: Frank Oz
Drehbuch: Paul Rudnick
Darsteller: Nicole Kidman, Matthew Broderick, Bette Midler, Christopher Walken, Glenn Close
USA, 2004, 106’

Erstellt: 13-07-04
Letzte Änderung: 19-07-04