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Freedom

ARTE erinnert an das dunkle Kapitel der Sklaverei und stellt Persönlichkeiten ins Licht, die mit Mut und Engagement für Freiheit und Gleichheit eintraten. Was ist geblieben von Kings Traum eines Amerikas ohne Rassenbarrieren? Wie leben Schwarze und Weiße heute in den USA zusammen?

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Sonntag, 08. Juni 2008 ab 20.40 Uhr, Wiederholung am 15., am 17., am 27. und am 28. Juni - 19/06/08

Themenabend: Ring frei!

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Boxen spricht Instinkte und archaische Muster an. Früher war es die Sportart der Underdogs und bot die Möglichkeit, sich mit den Fäusten von ganz Unten nach ganz Oben zu kämpfen. Heute geht es im Boxring um Technik, Taktik und natürlich um den Sieg - durch K.O. oder nach Punkten. Boxen bedeutet hartes Training, unerschütterlicher Glaube an sich selbst, eine Lebenseinstellung und manchmal ein Befreiungsschlag.

© Columbia Pictures
Zum Auftakt des Themenabends erzählt der Spielfilm "The Greatest" die Geschichte von Cassius Clay alias Muhammad Ali, Olympiasieger und dreifacher Weltmeister. "The Greatest of all Time" nannte er sich selbst. Zu Recht, denn Muhammad Ali gilt heute als einer der größten Sportler aller Zeiten. Doch am Anfang seiner Karriere wurde er als Großmaul abgetan. Ein Boxer, der Gesellschaftskritik übte, ein Schwarzer, der selbstbewusst für seine Rechte einstand, zum Islam konvertierte und den Kriegsdienst verweigerte - ein Skandal im konservativen Amerika der 60er Jahre. Doch Ali wurde vom Vaterlandsverräter zum umjubelten Idol. In der mitreißenden filmischen Biografie wird die Boxlegende von niemand anderem als Ali selbst gespielt.

Die Dokumentation "Siegen für den Sozialismus" zeigt, wie an der legendären Boxakademie von Havanna kleine Jungs zu Spitzenboxern ausgebildet werden. Kuba spielt eine herausragende Rolle im Boxsport. Bei den letzten sieben Olympischen Spielen haben Kubas Boxer 32 Medaillen errungen. Hartes körperliches Training und glühender Glaube an die kubanische Revolution sollen Neunjährige zu den Champions von morgen machen.

Frauen im Boxring sind immer noch eine Sensation. Doch nicht nur Laila Ali, Tochter von Muhammad Ali, und Weltmeisterin Susianna Kentikian sehen in diesem Sport eine Möglichkeit, sich selbst zu behaupten und Selbstbewusstsein zu gewinnen. Auch ganz normale junge Frauen aus unterschiedlichen Berufen kämpfen dafür, aggressiv sein zu dürfen und sich zu wehren. Das, was sie im Boxring lernen, wollen sie auch im Alltag anwenden - ohne Fäuste.


Um 20.40 Uhr
The Greatest
Spielfilm von Tom Gries und Monte Hellmann
ARTE/NDR, USA 1977, 97 Min.
Wiederholung am 15. Juni um 0.35 Uhr und am 17. um 14.55 Uhr

© Columbia Pictures
Der junge Boxer Cassius Clay debütiert 1960 als Profi dank der finanziellen Unterstützung von elf Millionären. Sie heuern den berühmten Trainer Angelo Dundee an, um den 18-jährigen, der im gleichen Jahr die olympische Goldmedaille im Boxen gewonnen hat, auf die Teilnahme an der Weltmeisterschaft im Schwergewicht vorzubereiten. Vier Jahre später, mit 22 Jahren, nimmt Clay Sonny Liston tatsächlich den Weltmeisterschaftstitel ab. Daraufhin verspottet Clay die versammelten Sportjournalisten und lässt verlauten: "Vorsicht, ich bin der Größte!"
Wenige Monate später tritt der umstrittene Boxer, inspiriert von Elija Muhammad und Malcolm X, der politisch-religiösen Organisation "Nation of Islam" bei und ändert seinen Namen in Muhammad Ali. Als er plötzlich von der Musterungsbehörde, die ihn zuvor abgewiesen hat, zum Militärdienst verpflichtet werden soll, lehnt er aus religiösen Gründen ab. Daraufhin wird ihm der Weltmeistertitel entzogen. Fast vier Jahre dauert der Rechtsstreit, bis der oberste Gerichtshof der USA das Handeln der Musterungsbehörde für illegal erklärt und Ali erlaubt, gegen den unbesiegten Schwergewichtler Joe Frazier anzutreten. Obwohl Frazier den 15 Runden dauernden Kampf gewinnt, ist es für Ali eine triumphale Rückkehr in den Ring. Mit 33 Jahren erobert er schließlich den Titel von George Foreman zurück.
Seine Frau Khalilah verlässt ihn wegen seiner Zuneigung zu Ruby Sanderson. Doch allen persönlichen Rückschläge zum Trotz, verteidigt Ali seinen Titel immer wieder erfolgreich und bleibt für viele "der Größte".
In der mitreißenden filmischen Biografie spielt Muhammad Ali sich selbst. Das Drehbuch basiert auf der Autobiografie "The Greatest: My Own Story".
Komponist Michael Masser und die Interpretin Linda Creed erhielten 1990 den ASCAP (American Society of Composers, Authors and Publishers) Award für den Song "The Greatest Love of All".

Um 22.20 Uhr
Siegen für den Sozialismus
Kubas kleine Boxer
Dokumentation von Andrew Lang
ARTE/NDR, Großbritannien 2007, 43 Min.
Wiederholung am 27. Juni um 5.00 Uhr

© Windfall Films
Boxen spielt eine ganz besondere Rolle in Kuba. Der kleine Inselstaat mit nur 11 Millionen Einwohnern hat alleine bei den letzten sieben Olympiaden 32 Medaillen, davon 26 Goldmedaillen im Boxen abgeräumt. Jeder Sieg wird gleichzeitig als Sieg der kubanischen Revolution gefeiert. In einer Zeit, in der es um die Gesundheit Fidel Castros schlecht steht und sich die Frage nach Kubas Zukunft stellt, wurde nun zum allerersten Mal einem ausländischen Filmteam der Zutritt zur legendären Boxakademie in Havanna gestattet.
Dort werden sorgfältig ausgewählte Jungen ab dem zarten Alter von neun Jahren zu zukünftigen Olympiasiegern und Kämpfern im Boxring ausgebildet. Sie leben und trainieren in der Akademie und kennen nur ein Ziel: eines Tages olympisches Gold nach Hause zu bringen. Die Dokumentation begleitet die Jungen acht Monate lang beim Training, im Internat, beim harten Auswahlverfahren und der Vorbereitung auf das bis dahin größte Ereignis ihres Lebens: die nationalen kubanischen Boxmeisterschaften. Bei diesem spektakulären Turnier werden die antretenden Mannschaften nicht nur nach ihrem sportlichen Können, sondern auch nach ihrem Teamgeist und ihrem Revolutionseifer beurteilt.
Trotz ihrer Kraft und ihres Mutes sind die Jungen dennoch Kinder. Bei Niederlagen fließen Tränen, und der ein oder andere wird von Heimweh geplagt. Der Druck ist enorm: Trainer und Familien legen große Hoffnungen in die jungen Talente. Es geht ums wirtschaftliche Überleben und die Ehre der Revolution.
Die Dokumentation zeigt den Alltag dieser Kinder, die auf ihre Aufgabe als Fahnenträger des Sozialismus vorbereitet werden, und gewährt zugleich einen eindringlichen Blick in die kubanische Gesellschaft.

Um 23.10 Uhr
Frauen im Ring
Dokumentation von Till Lehmann und Elisa Mishto
ARTE/NDR, Deutschland 2007, 45 Min.
Wiederholung am 28. Juni um 3.50 Uhr

© NDR/Looksfilm
Leah Fellstadt leitet ein Spitzenrestaurant in der Londoner City. Sie ist hier weit und breit die einzige junge Frau in der Branche. Weil sie die Nase voll hat von den klassischen Frauenbildern, steigt sie in den Boxring, um für das Leben draußen zu trainieren.
So ähnlich wie Leah Fellstadt geht es vielen jungen Frauen in Europa. Immer mehr von ihnen beginnen, in Boxclubs zu trainieren, mit unterschiedlichen Motiven: Selbstverteidigung, sportliche Fitness oder einfach das olympische Prinzip, wie bei Nina Meinke.
Nina Meinke sieht im Boxen ihre körperliche und motorische Erfüllung. Die junge Frau hat sich vorgenommen, das Boxen bis in seine taktischen, psychologischen und spielerischen Formen zu ergründen.
Auch Ayla Yavuz aus Berlin-Neukölln formuliert selbstbewusst ihr großes Ziel. Die 16-jährige will Weltmeisterin werden und - knallhart auf Erfolg fixiert - viel Geld im Profi-Geschäft verdienen. Sie bereitet sich auf ihren ersten Kampf vor - gegen Nina Meinke.
Susianna Kentikian hat sich als Profi-Boxerin längst durchgesetzt. Die aus Armenien stammende 20-jährige ist zweifache Weltmeisterin und gilt in der Szene als Erbin der großen Regina Halmich. Susianna reflektiert über ihren steinigen Weg an die Weltspitze.
Die Dokumentation analysiert die unterschiedlichen Motive von boxenden Mädchen und Frauen. Deutlich wird die Faszination für diesen Kampfsport und warum sie sich ihm mit so viel Leidenschaft hingeben. Der Film zeigt Frauen, die täglich Boxhandschuhe anziehen und an ihrer Schlagkraft arbeiten. Die eine oder andere mit dem Ziel, sich auch im echten Kampf - Frau gegen Frau - zu behaupten.

Erstellt: 27-05-08
Letzte Änderung: 19-06-08