ERÖFFNUNGSABEND: FREITAG, 5/1/2007 um23:45Themenabend: Trash

Mehr Informationen über "ARTE TRASH": Klicken Sie > Interaktiv : Pop UpTRASHDie 70er-Jahre markierten einen Meilenstein in der Filmgeschichte. Regisseure wie David Lynch, John Waters und George Romero gingen neue Wege. Geltende Grenzen des "guten Geschmacks" und der sozialen Tabus wurden durchbrochen: Das Trash-Kino war geboren. Beispielhafte Filmausschnitte mit Kultcharakter machen aus diesem Themenabend ein cineastisches Vergnügen und geben einen phantastischen Vorgeschmack auf die Programmneuheit Trash bei ARTE: ab 11. Januar 2007 immer donnerstags gegen 00.30 Uhr.
23:45 / Midnight Movies: From the Margin to the Mainstream86 Min.
Die 70er Jahre markierten einen Wendepunkt in der modernen amerikanischen Kultur. Gleichsam als Revolte gegen die Nachkriegsgeneration begann sich - und dies weltweit - eine Jugendkultur zu entwickeln, die ihre eigenen Kriterien in Sachen Filmästhetik und -inhalt aufstellte. Der beste Beweis für diese neue Entwicklung ist eine Handvoll von Filmen, die während der 70er Jahre entstanden sind und unter dem Begriff "Midnight Movies" bekannt wurde."Midnight Movies" erzählt die Geschichte dieser Filme. Indem sich die Dokumentation mit dem Inhalt der Filme auseinandersetzt und ihren Einfluss auf die Popkultur untersucht, gelingt ein historischer und zugleich auch kulturell hochinteressanter Rückblick in eine Ära. Im Mittelpunkt der Dokumentation und präsent durch zahlreiche Filmausschnitte stehen die Filme, die das Medium Film damals neu erfunden haben, indem sie die bis dahin geltenden Grenzen des 'guten Geschmacks' und der sozialen Tabus durchbrachen. Ihre Filmemacher teilten ein und dasselbe Ziel: Sie wollten die traditionellen Aspekte des Filmemachens über Bord werfen und hier etwas erschaffen, was außerhalb der Norm lag. Es entstanden Filme, die für ein rituelles Sehen bestimmt waren, und nicht dazu einen schnellen Box Office-Erfolg zu gewährleisten.
Damit veränderten diese Filmemacher nicht nur das Angesicht des Films, sondern auch die Sehgewohnheiten des Publikums und bestimmten damit, wie wir noch heute Independent Filme wahrnehmen. Ein Kinobesuch in den 70er Jahren wurde bei diesen Filmen zu einem seltsamen Erlebnis. Jedes Wochenende um Mitternacht kam das Publikum in die Kinos, um immer wieder einen speziellen Film zu sehen. Dadurch wurde der Kinobesucher Teil einer bestimmten sozialen Gruppe, deren Mitglieder im Hinblick auf Intellekt, cineastisches und kulturelles Verständnis etwas gemeinsam hatten. Dieses Zusammenfinden von Kinobesuchern in bestimmten Gruppen fungierte hier für eine Jugend in der Krise als Gegenentwurf zum Leben der Elterngeneration.
Die neuen Wege, die Regisseure wie David Lynch, John Waters und George Romero in den 70er Jahren gegangen waren, hatten nicht nur einen großen Einfluss auf die Popkultur, sondern beeinflussten auch kommende Filmemacher bis heute. Als Resultat der "Midnight Movies" akzeptiert das heutige Publikum viele abnormalen Dinge als normal, das Bizarre als das Bessere, das Groteske als gut, sexuelle Vielfältigkeit als schick und empfindet die Definition von Vernunft und Zurechnungsfähigkeit als relativ.
"Midnight Movies" erzählt die Geschichte von sechs Filmen, die zu Recht als Meilenstein der filmischen Umwälzungen der 70er Jahre angesehen werden können: "El Topo" (1969), "Night of the Living Dead" (1968), The Harder They Come (1973), "Pink Flamingos" (1972), "The Rocky Horror Picture Show" (1975) und "Eraserhead" (1977). Dabei verknüpft die Dokumentation Interviews mit den Regisseuren, Produzenten, Autoren und Stars, die an diesen Filme beteiligt waren mit Interviews von Kinobetreibern und Verleihern, die die Filme gespielt und Kinobesuchern, die sie gesehen haben.
01:10 / Die Nacht der lebenden Toten
91 Min.
(Night of the Living Dead)
Spielfilm, USA 1968, Originalfassung mit Untertiteln, ARTE F
Regie: George A. Romero, Dean Lachiusa; Buch: George A. Romero, John A. Russo; Kamera: George A. Romero; Schnitt: George A. Romero; Musik: Scott Vladimir Licina; Produzent: Karl Hardman, Russel Streiner; Produktion: Image Ten, Laurel Group, Market Square Productions, Off Color Films
Mit: Duane Jones - (Ben), Judith O'Dea - (Barbara), Russell Streiner - (Johnny), Karl Hardman - (Harry Cooper), Marilyn Eastman - (Helen Cooper), Keith Wayne - (Tom), Judith Ridley - (Judy), Kyra Schon - (Karen Cooper)
Die Geschwister Barbara und Johnny statten ihrem verstorbenen Vater einen Besuch auf dem Friedhof in Pittsburgh ab. Plötzlich kommt ihnen aus der Dunkelheit die Furcht erregende Gestalt eines Untoten entgegen und greift die beiden an. Johnny kommt ums Leben, doch Barbara kann fliehen. Sie sucht Zuflucht in einem einsamen Landhaus, wo wenig später Ben auftaucht, der ebenfalls vor einer Gruppe Zombies geflohen ist. Er vernagelt die Fenster und Türen des Hauses, das nach und nach von einer ganzen Horde Untoter umstellt wird. Diese, so melden die Fernsehnachrichten, treiben in der ganzen Gegend ihr Unwesen. Unaufhaltsam wächst die Zahl der Toten. Eine gesellschaftliche Katastrophe bahnt sich an.Zusatzinfo
"Die Nacht der lebenden Toten" ist ein Horrorklassiker, der in die erste Liga des Genres gehört. Der Film legte den Grundstein für den modernen Horrorfilm, der ab Beginn der 70er Jahre vermehrt die US-amerikanischen Kinoleinwände eroberte. George A. Romero, der zunächst als Werbefilmer gearbeitet hatte, gab mit "Die Nacht der lebenden Toten" sein Spielfilmdebüt, das er fast im Alleingang realisierte: Romero schrieb nicht nur das Drehbuch, sondern zeichnete neben der Regie auch für Kamera und Schnitt des Low Budget - Films verantwortlich. Dieser zieht durch eine düstere, beklemmende Atmosphäre der Angst und Hoffnungslosigkeit und die Suggestion des Schreckens in seinen Bann. Außergewöhnlich ist darüber hinaus die gesellschaftskritische Komponente des Films. Die Auftritte seiner "Zombies", die auch weitere Filme Romeros bestimmen, sind als Metaphern für ein sich selbst vernichtendes System lesbar. Immer wieder richteten sich die Filme des erfolgreichen New Yorker Regisseurs in bildhafter, hintergründiger Symbolik gegen US-gesellschaftliche Problematiken wie Rassismus und die imperialistische Außenpolitik des Landes und warfen so einen kritischen Diskurs im Amerika der damaligen Zeit auf.

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