Synopsis: Daniel Plainview stößt bei seiner Suche nach Silber im Westen Amerikas zu Beginn des 20. Jahrhunderts zufällig auf Öl und wird innerhalb weniger Jahre einer der größten Ölbarone. Mit seinem Sohn H. W. reist er zu den Farmern, deren Ländereien er kaufen will, und benutzt ihn in den Verhandlungen, um eine vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen. Erst in der Auseinandersetzung mit der Familie des christlich-fundamentalistischen Predigers Eli Sunday stößt der redegewandte Plainview an seine Grenzen. Eli erweist sich als harter Gegner, der der von Plainview angestoßenen Modernisierung seines Landes Einhalt gebieten will. Als H. W. bei der Explosion eines Bohrturms sein Gehör verliert, beginnt der Stern des erfolgreichen Geschäftsmannes endgültig zu sinken.
Im Gespräch mit Daniel Day-Lewis
Die Pressekonferenz zum Film
Der Trailer zum FilmKritik: „There Will Be Blood“ hat das Zeug zu einem Meisterwerk. Mit seinem extrem weiten Analyse- und Interpretationsspielraum fesselt der Film vom ersten Augenblick an – direkt und schonungslos. In wenigen Worten: ein weit angelegter, mutiger, frontaler und lebendiger Film, bei dem man spürt, dass jemand hinter der Kamera steht. Eine Seltenheit also! Die absolut inspirierte Inszenierung erinnert an Werke von Coppola aus den 70er-Jahren. So z. B. die erste Konfrontation zwischen Plainview und Eli: In dieser fantastisch komponierten Einstellung spiegelt sich der Himmel im Öl. Beide Kontrahenten sind sich selbst ihr eigenes Idol, bis ihr Wahn sie in die Gewalt treibt. Übrigens erinnern alle Schatten im Film an die Textur des schwarzen Goldes, sie sickern zäh und ölig und beinah riechbar überall hin. Die Bilder sind von düsterer Sinnlichkeit. Die Sonne strahlt nicht, sie knallt nur unerbittlich und macht alles zu Staub. Nachts verbrennt der Schein des Feuers zuerst die Gesichter, bevor es die Seelen berührt.
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Paul T. Anderson schließlich geht den umgekehrten Weg wie der naturalistische Schriftsteller Upton Sinclaire, dessen Roman „Oil!“ ihm als Vorlage diente. Anstatt die Geschichte in Weitwinkelperspektive darzustellen und das Porträt eines Landes zu zeichnen, konzentriert er sich in Nahaufnahme ganz auf seinen Helden Daniel Plainview. Dabei wird das Einzigartige zum Universellen. Es ist eine unmissverständliche Allegorie, mit der der Regisseur seine harsche Kritik an den beiden trügerischen Idolen, den beiden grundlegenden Mythen der Vereinigten Staaten von Amerika – dem Öl, also dem Geld, und der Religion – zum Ausdruck bringt. Und dabei deren wahres Gesicht zeigt, nämlich den verbissenen Kult um das Ego. Abgesehen von den seelischen Abgründen, die sich in Plainview auftun, der zunächst noch methodisch und aufmerksam vorgeht, dann nur noch in seinem Hass und seiner Menschenverachtung gefangen ist, lebt er wie ein Besessener nur für seine Gier nach Öl und immer noch größerer Macht. Und diesen Weg geht es bis zum Ende, ohne die Niederlagen, den Unfall, den Fehler, die Scham und vor allem die anderen ertragen zu können. Der Satz „There will be blood“, „es wird Blut fließen“ ist der Dreh- und Angelpunkt des Films, der wie eine geheimnisvolle Vorahnung genau in der Mitte der Handlung fällt, als Plainview nach seiner öffentlichen Bloßstellung genau dies Eli ins Ohr flüstert.
In seiner Rolle als Plainview lotet Daniel Day-Lewis den Wahnsinn bis in dessen entlegenste Winkel aus und steht damit Marlon Brandos Verkörperung des Colonels Kurtz in „Apocalypse Now“ oder Jack Nicholson in „Shining“ in nichts nach. Sein Lachen gehört noch weit vor dem Richard Widmarks zum Schrecklichsten der Kinogeschichte. So könnte man „There Will Be Blood“ gar als eine Art Horrorfilm bezeichnen! Ob wie ein wildes Tier vor Wut rasend und mit Schaum vor dem Mund oder als manipulierender Geschäftsmann, Plainview ist ein einsamer, gehetzter Mann, der seinen Nächsten, seinen „Bruder“, seinen „Sohn“ vergessen hat. Seine heisere, raue Stimme verrät nicht nur seine soziale Herkunft, sondern auch seine Kraft. Obwohl keinerlei Tonmaterial aus jener Zeit existiert, verleiht Daniel Day-Lewis seiner Figur genau die Stimme, wie sie ein Mann gehabt haben muss, der um 1910 mit einer Hacke in der Hand ein ganzes Imperium aufgebaut hat, und lässt damit eine Welt, oder genauer gesagt unsere heutige Welt neu entstehen. Aus dem Blut.
Delphine Valloire
Paul Thomas Anderson Geboren 1970 in Studio City, Kalifornien. Begann als Produktionsassistent bei Fernsehfilmen und Gameshows in Los Angeles und New York, arbeitete dann in ähnlichen Funktionen für unabhängige Filmproduktionen. Drehte 1993 in Las Vegas mit einer geborgten Kamera seinen ersten Kurzfilm. Entwickelte seinen ersten Spielfilm HARD EIGHT im Filmmaker’s Workshop in Sundance und realisierte 1998 mit BOOGIE NIGHTS seinen ersten internationalen Kinoerfolg. MAGNOLIA wurde bei der Berlinale 2000 mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet.







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Einer der größten Filme dieses Jahrzehnts. Paul Thomas Anderson verfolgt in zunehmender Intensität die wahnsinnige Entwicklung eines Besessenen. „Es wird Blut fließen“, aber auch Öl, und auch die Bibel spielt eine Rolle. God bless America! 
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