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Mann, oh Mann!

Macho und Softie sind nicht mehr die einzigen Männer-Rollen in unserer Gesellschaft. Doch Männer müssen sich weiterhin zwischen diesen Extremen positionieren.

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Mann, oh Mann!

Macho und Softie sind nicht mehr die einzigen Männer-Rollen in unserer Gesellschaft. Doch Männer müssen sich weiterhin zwischen diesen Extremen positionieren.

Mann, oh Mann!

05/09/08

Tipps für Frauen

von Björn Süfke


Für alle Frauen, die sich manchmal wünschen, das „unbekannte Wesen Mann“ an ihrer Seite etwas besser zu verstehen, hier ein wenig Aufklärung und Hilfe bei der Beziehungsgestaltung:

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Männer und Gefühle

Die meisten von Ihnen werden folgende Situation kennen: Der Partner kommt von der Arbeit nach Hause, Sie fragen ihn, wie es ihm geht und er murmelt irgendetwas Unverständliches. Oder sagt einfach „Alles klar!“ und wechselt das Thema. Nun, viele Männer haben Probleme damit, Kontakt zu ihren Gefühlen aufzunehmen, diese überhaupt wahrzunehmen. Das liegt vor allem daran, dass es in der Erziehung von Jungen zu wenig männliche Bezugspersonen gibt, die ihnen Gefühle vorleben, auch „schwache Gefühle“ wie Trauer, Hilflosigkeit oder Angst. So spalten die Jungen eigene innere Regungen immer weiter ab. Für Sie als Frau ist der Umgang mit dem daraus resultierenden gefühlsabwehrenden Verhalten des Mannes natürlich sehr schwierig. Wichtig ist aber auf jeden Fall, dass Sie nicht in die Therapeutin-Rolle kommen, dass Sie im Gespräch mit dem Mann bei den eigenen Gefühlen bleiben. Schließlich wollen Sie ja einen gleichberechtigten Partner.
ZUR PERSON
Björn Süfke ist Diplom-Psychologe und Autor von „Männerseelen: Ein psychologischer Reiseführer“, Patmos-Verlag, 2008.

Männer und die Gefühle der Frauen

„Du interessierst Dich doch gar nicht für mich, Du fragst nie nach, wie es mir geht, Du gehst gar nicht auf mich ein, Du nimmst ja gar keinen Anteil ... sag mal, hörst Du mir überhaupt zu?“ Ist auch aus Ihrem Mund schon einmal etwas Ähnliches gekommen? Dass Männer oftmals die Auseinandersetzung mit eigenen Gefühlen abwehren, bedeutet auch, dass sie auf Gefühle bei anderen nicht immer wirklich eingehen können. Denn das hieße ja, im wahrsten Sinne des Wortes „mit zu fühlen“. Wenn Sie also etwas mitteilen wollen, was sie sehr berührt, könnten Sie bei Ihrem Partner zunächst nachfragen, ob er jetzt oder später ein Ohr für Sie hat. Das hätte dann auch den Vorteil, dass die Angelegenheit nicht zwischen Tür und Angel abgehandelt wird und Sie gänzlich unbefriedigt bleiben. Und dann wieder auf den bekannten Vorwurf zurückgreifen: „Du interessierst Dich doch gar nicht ...“

Männer und Fehler

Kein Witz: Es gibt wissenschaftliche Studien, die belegen, dass Männer, wenn sie sich verfahren haben, etwa 30 Minuten brauchen, bis sie endlich jemanden nach dem Weg fragen. Frauen sind da pragmatischer: Sie fragen nach ca. 5 Minuten. Auch nehmen nur halb so viele Männer wie Frauen Psychotherapie in Anspruch. Dies alles macht deutlich: Das allerschlimmste Gefühl für Männer ist Hilflosigkeit. Rat- oder hilflos zu sein, steht im Gegensatz zum männlichen Gebot der Stärke und Aktivität. Versuchen Sie daher, die Macken Ihres Partners nicht zu negativ zu kommentieren, sondern sie auch liebevoll zu betrachten. Wenn ein Mann nämlich, sobald er sich eine Schwäche erlaubt, hart kritisiert wird, dürfte sich an seiner Einstellung, dass er immer alles im Griff haben muss, nicht so bald etwas ändern.

Männer und Tränen

Sie sitzen im Kino, natürlich ein Liebesfilm mit anrührendem Ende. Die fünf Männer, die von ihren Frauen ins Kino geschleift wurden, reiben sich während des Abspanns eine Fliege aus dem Auge oder machen ironische Kommentare über den Film. Denn zu weinen ist für die meisten Männer weiterhin mit sehr viel Scham verbunden. Sie sollten daher darauf achten, dass Sie jene Anlässe, die bei Ihrem Partner Tränen der Trauer oder Rührung hervorrufen, nicht als „unbedeutend“ abwerten. Etwa wenn ihn der Abstieg seines Lieblingsfußballclubs zu Tränen bewegt. Oder er beim Happy End eines Hollywood-Sportfilms ein Taschentuch braucht. Schließlich gibt es ja kein weibliches Monopol auf die Entscheidung, was beweinenswerte Anlässe sind und was nicht. Fragen Sie doch lieber nach, was ihn an diesen Ereignissen und Szenen so bewegt.

Männer und Ratschläge

Sie kommen aus dem Büro nach Hause und sind gestresst. Nichts wahnsinnig Außergewöhnliches, aber ein harter Tag mit den üblichen Nervereien der Kollegen und Schikanen der Chefin. Sie wollen ihrem Mann gerne erzählen, was Sie belastet, einfach drauflos erzählen. Nach ein paar Sätzen aber kommt Ihnen Ihr Partner sofort mit Ratschlägen – was Sie noch mehr stresst. Nun, der Mann spürt, dass Ihnen das, was Sie erzählen, von großer Bedeutung ist; daher reagiert er so, wie er es sich bei eigenen Schwierigkeiten selber von anderen wünschen würde, nämlich mit Lösungsvorschlägen. Das ärgert Sie? Verständlich! Aber Sie sind erwachsen, er ist erwachsen. Wenn Sie wollen, dass er einfach nur zuhört und Anteil nimmt, ohne sofort Lösungen zu präsentieren, bitten Sie ihn einfach darum.

Erstellt: 05-09-08
Letzte Änderung: 05-09-08