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Mann, oh Mann!

Macho und Softie sind nicht mehr die einzigen Männer-Rollen in unserer Gesellschaft. Doch Männer müssen sich weiterhin zwischen diesen Extremen positionieren.

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Mann, oh Mann!

Macho und Softie sind nicht mehr die einzigen Männer-Rollen in unserer Gesellschaft. Doch Männer müssen sich weiterhin zwischen diesen Extremen positionieren.

Mann, oh Mann!

05/09/08

Tipps für Männer

von Björn Süfke


Für alle Männer hier ein paar Hinweise für fünf der wichtigsten Lebensbereiche:

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Kindererziehung: Lassen Sie sich nicht rausdrängen!

Machen wir uns nichts vor: Wenn ein Baby kommt, muss der Vater meist weiter arbeiten gehen, schon aus finanziellen Gründen. Und zuhause ist die Mutter 24 Stunden lang beim Kind. Wenn Sie dann mal etwas mit dem Kind machen wollen, sind Sie vermutlich erst einmal unsicher – und die Mutter nur allzu bereit, Ihnen das Kind wieder abzunehmen. Tun Sie sich, Ihrer Frau und Ihrem Kind dennoch einen Riesen-Gefallen: Ziehen Sie sich nicht aus der Kindererziehung heraus – und lassen Sie sich auch nicht von Ihrer Frau unterschwellig herausdrängen! Wenn Ihre Frau, da sie mehr Zeit mit dem Kind verbringt, einige Dinge besser kann oder weiß, fragen Sie halt kurz nach und legen Sie dann selber Hand an. Was den Kontakt mit unseren Kindern betrifft, müssen halt wir Männer um Gleichberechtigung kämpfen.
ZUR PERSON
Björn Süfke ist Diplom-Psychologe und Autor von „Männerseelen: Ein psychologischer Reiseführer“, Patmos-Verlag, 2008.

Arbeit: Was wollen Sie wirklich?

Sie sind Journalist und schreiben tolle Texte? Oder gestalten Gärten, reparieren Autos, helfen Menschen? Für einen Großteil der Männer ist ihre Arbeit nicht nur finanzielle Notwendigkeit, sondern ein wesentlicher Teil ihres Lebens, ihrer Identität. Das ist ja auch in Ordnung so, Arbeit kann schließlich sehr erfüllend sein. Überlegen Sie dennoch von Zeit zu Zeit, was Ihnen sonst noch wichtig ist. Vielleicht gibt es Abschnitte im Leben, wo andere Dinge Ihnen eigentlich mehr am Herzen lägen: Partnerschaft, Kinder, die Erfüllung einer Sehnsucht. Wo Sie aber trotzdem, aus alter Gewohnheit, alle Energie in die Arbeit investieren. Finden Sie heraus, was Sie wirklich wollen! Und setzen Sie sich dafür ein! Nicht alles ist umsetzbar, aber für Ihre Lebenszufriedenheit ist es schon hilfreich, Ihre Sehnsüchte wenigstens vor Augen zu haben.

Partnerschaft: Let’s talk about us!

“Darüber habe ich mit meiner Frau noch nie geredet!”, „Das habe ich noch niemandem erzählt!“, „Wenn ich mich über meine Freundin ärgere, gehe ich meist runter in meinen Bastelkeller!“ Solche Sätze höre ich als Männertherapeut immer wieder. Es ist ein alter, aber wahrer Hut: Das A und O in einer Beziehung ist, dass man miteinander sprechen kann - über seine Sorgen, seine Wünsche und auch seine Freude in Bezug auf die Partnerschaft. Wir Männer haben aber gerade dies oft nicht gelernt. Geben Sie sich trotzdem einen Ruck, versuchen Sie es! Es darf ruhig stottern und holpern dabei, die Bereitschaft zur Auseinandersetzung zählt. Und selbst wenn ein Problem nicht gleich lösbar ist, führt das gemeinsame Gespräch zumindest dazu, dass Sie beide fortan an einem Strang ziehen – und nicht gegeneinander kämpfen.

Freundschaft: Wie geht es Ihrem besten Freund?

Müssen Sie bei dieser Frage lange überlegen? Weil Sie Ihren besten Freund seit Monaten nicht gesprochen haben? Weil Sie meist nur über Fußball und Politik reden? Weil Sie vielleicht gar keinen (mehr) haben? Da geht es Ihnen wie den allermeisten Männern. Beruf, Partnerschaft und Kinder lassen uns oft unsere Freundschaft(en) vernachlässigen. Das ist fatal. Denn gerade in Krisenzeiten, und die kommen in jedem Leben, ist der Wert eines wirklichen, treuen und solidarischen Freundes unschätzbar. Aber nicht nur eine Partnerschaft braucht beiderseitiges Engagement und Pflege, auch Freundschaften halten nicht automatisch, zumindest nicht ihre Qualität. Vielleicht können Sie mit Ihrem besten Freund eine überdauernde Vereinbarung treffen, etwas, was nicht so schnell im Alltag untergehen kann: ein regelmäßiges Treffen, eine gemeinsame Urlaubsreise jedes Jahr.

Seelenheil: Wie geht es Ihnen?

Last, but not least: Wer kümmert sich eigentlich um Ihr Wohlergehen, Ihr Gefühlsleben? Die meisten Männer überlassen das den Frauen, erst ihren Müttern, dann den Partnerinnen. Wenn diese, etwa nach einer Trennung, nicht mehr da sind, bricht für den Mann eine Welt zusammen. Unter anderem auch, weil dann jede emotionale Fürsorge fehlt. Der Mann hat einfach nicht gelernt, sich selber um seine Gefühle und Bedürfnisse zu kümmern. Dabei braucht es doch gar nicht so viel: Vielleicht mal etwas Nachsicht mit sich selber – statt dem ewigen Leistungsdruck. Mal nicht nur an die Pflicht denken, sondern etwas an der Kür basteln. Oder einfach mal die Frage an sich selbst „Wie geht es mir?“ oder „Was wünsche ich mir?“ Und dann nicht gleich aufgeben, wenn nicht sofort eine klare Antwort auftaucht!

Erstellt: 05-09-08
Letzte Änderung: 05-09-08