Die Folter endet nie! Das neue Album „Schall & Wahn“ hat die Poesie einer Schlachte-Platte. Blut, Terror, Töten – ganz ungewohnt für die Darlings des Feuilletons. Das war vor 15 Jahren noch ganz anders: Damals klangen ihre Hits noch, als seien sie ihnen eben beim WG-Frühstück eingefallen.
Die Cordhosen versifft, die Trainingsjacken vom Flohmarkt: Dieser Style schmückte plötzliche die Helden jedes Pausenhofs. Passend dazu lieferte Tocotronic den ideologischen Überbau: „Ich möchte Teil einer Jugendbewegung sein“. 1995 kam diese Teenager-Hymne gerade recht, denn mit dem Selbstmord von Kurt Cobain hatte eine Generation ihren letzten Helden verloren.
Unfreiwillig wurden Tocotronic dann nicht nur Teil, sondern Aushängeschild einer Jugendbewegung: der Hamburger Schule. Dabei waren sie nie jugendlich, vielmehr früh vergreist, wie die Band selbst zugibt. Ihre Haltung ist die Verweigerung, sie wettern gegen alles: Kleinkunst, Kleinstädte, Gitarrenhändler. Der Sound ist geschult vom amerikanischen Noise-Pop der Achtziger.
Während ihre Protestsongs früher ironisch und simpel waren, sind sie heute wie ein Labyrinth, irgendwie romantisch und rätselhaft. Trotzdem - Anti sind sie noch immer.
NEUES ALBUM
„Schall und Wahn“ von Tocotronic ist bei Universal erschienen.
LINKS
Tocotronic - "Schall & Wahn"-Tour 2010
23.03.2010 Münster (Deutschland), Skaters Palace
24.03.2010 Düsseldorf (Deutschland), zakk Club
25.03.2010 Würzburg (Deutschland), Posthallen
26.03.2010 Zürich (CH), Tonhalle
27.03.2010 Graz (Deutschland), Orpheum
29.03.2010 Wien (Österreich), Arena
31.03.2010 Linz (Österreich), Posthof
01.04.2010 Erlangen (Deutschland), E-Werk
02.04.2010 Leipzig (Deutschland), Conne Island
14.04.2010 Offenbach (Deutschland), Capitol
15.04.2010 Magdeburg (Deutschland), Factory
16.04.2010 Lingen (Deutschland), Alter Schlachthof
17.04.2010 Berlin (Deutschland), Astra Kulturhaus







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